{"id":1482,"date":"2019-07-12T23:22:22","date_gmt":"2019-07-12T21:22:22","guid":{"rendered":"https:\/\/freieroffensive.de\/?p=1482"},"modified":"2019-07-12T23:22:22","modified_gmt":"2019-07-12T21:22:22","slug":"noch-mehr-alice-s-und-gegenargumente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/2019\/07\/12\/noch-mehr-alice-s-und-gegenargumente\/","title":{"rendered":"Noch mehr Alice S. und Gegenargumente"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Zeit und Mu\u00dfe zum Lesen hat, dem seien die folgenden Texte von A. Schwarzer und Gegenstimmen empfohlen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leicht modifiziert \u00fcbernommen von <a href=\"https:\/\/www.freierverkehr.com\/texte\/das-verbot-von-prostitution-zwischen-freiheit-und-zwang-teil-1\/1\">freierverkehr<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese  Seite widmet sich der Frage, ob man Prostitution zum Zwecke der  erforderlichen geistigen und k\u00f6rperlichen Hygiene einer Gesellschaft und  insbesondere zum Schutz der Frauen vor Ausbeutung und Menschenhandel  nicht besser konsequent verbieten sollte, wie es in zahlreichen L\u00e4ndern  in unterschiedlicher Sch\u00e4rfe bereits gehandhabt wird. Um dieses Ziel in  Deutschland, dem gr\u00f6\u00dften Sexmarkt Europas, zu erreichen, hat die  bekannte Frauenrechtlerin Alice Schwarzer in 2013 eine forcierte  Anti-Prostitutions-Kampagne eingeleitet; herausgekommen ist dabei das  deutsche Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG), das zum 01.07.2017 in  Kraft getreten ist und seitdem f\u00fcr reichlich Konfusion in der Branche  gesorgt hat. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Teil 1 <\/strong>dieses  Beitrags werden als Einleitung zun\u00e4chst einige grunds\u00e4tzliche und auch  provokante \u00dcberlegungen angestellt. Im Anschluss daran folgen drei  ausf\u00fchrliche Pl\u00e4doyers, die die Positionen der jeweiligen Seite pro und  contra Prostitution charakterisieren; zun\u00e4chst in Teil 1 von Alice  Schwarzer als der f\u00fchrenden Vertreterin der Prostitutionsgegner.  Angef\u00fcgt daran ist ein Offener Brief der Freieroffensive an Alice  Schwarzer.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Teil 2<\/strong> schlie\u00dfen sich drei Stellungnahmen von Do\u00f1a Carmen e.V. Verein f\u00fcr soziale und politische Rechte von Prostituierten an. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Teil 3<\/strong>  folgt schlie\u00dflich eine Reihe von lesenswerten und nachdenklich  stimmenden Artikeln zu diesem Thema, die vorwiegend in \u00fcberregionalen  und allgemein bekannten, der Prostitution fern stehenden Tages- oder  Wochenzeitungen ver\u00f6ffentlicht wurden und insbesondere als Reaktion auf  die oben erw\u00e4hnte Kampagne von Alice Schwarzer zu verstehen sind.<br><br>Doch zun\u00e4chst mal eine Einleitung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sex ist die wichtigste Handelsware der Frau, sexuelle Gunst \nist ihr wichtigstes Lockmittel, sexueller Boykott ihre sch\u00e4rfste Waffe. \nDie Prostituierte verschleudert diese Ware unter Wert und sie verletzt \nden sexuellen Boykott. Charles\n Bukowski hat einmal sinngem\u00e4\u00df geschrieben, dass die Ehefrau \nProstituierte nicht m\u00f6ge, weil sie das W\u00e4hrungssystem M\u00f6se \ninflationierten (\u201eDie Einstellung der professionellen Hure <em>inflationiert<\/em> das <em>W\u00e4hrungssystem M\u00f6se\u201c).<\/em><\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die  Prostituierte bricht den weiblichen Konsens, demzufolge Sexualit\u00e4t so  teuer wie nur m\u00f6glich verkauft werden muss, sie schert aus aus dem  Kartell der Sexanbieterinnen, sie betreibt Dumping, sie wechselt ins  Lager des Feindes. Sie macht aus einer Beziehung, die auf typisch  weibliche Art als gro\u00dfe emotionale Erpressung organisiert sein sollte,  ein faires Gesch\u00e4ft unter Gleichen auf M\u00e4nnerart. Darum hassen die  Frauen die Prostituierten.<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auch wenn das alles wahr ist: Warum machen M\u00e4nner beim Feldzug gegen die Prostitution mit?<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\u00e4nner haben daf\u00fcr diverse Motive, resultierend aus unterschiedlichen Interessen und Sachzw\u00e4ngen. <\/strong><br><br><strong>F\u00fcr\n erfolgreiche M\u00e4nner mit Frau und Geliebter, oder wechselnden Geliebten,\n oder Trophy-Wife, ist der Sex ein Statussymbol. Wieso sollte es also \nSex f\u00fcr jedermann f\u00fcr kleines Geld geben? Aus dem gleichen Grund kann \nman auch Bordelle, Laufh\u00e4user und Stra\u00dfenstrich bek\u00e4mpfen, aber (teure) \nEscorts und Callgirls dulden, wie in Frankreich.<\/strong><br><br><strong>M\u00e4nner\n haben T\u00f6chter, insbesondere \u00e4ltere M\u00e4nner, die entweder selbst nicht \nmehr auf st\u00e4ndigen Sex aus sind oder Geld f\u00fcr Geliebte und Callgirls \nhaben. Es liegt in ihrem Interesse, den Marktwert ihrer T\u00f6chter zu \nwahren.<\/strong><br><br><strong>M\u00e4nner stehen unter dem Pantoffel, weil \nihre Frauen die Beziehung als gro\u00dfe emotionale Erpressung gestalten. \nErstens tun sie sowieso, was ihre Frauen wollen, und zweitens haben sie \nnichts davon, wenn es anderen besser geht.<\/strong><br><br><strong>M\u00e4nner sind, wenn sie im Rampenlicht stehen, gro\u00dfe Heuchler.<\/strong><br><br><strong>In\n Gesellschaften mit einem \u00dcberschuss an sexuell frustrierten jungen \nM\u00e4nnern besteht f\u00fcr die M\u00e4chtigen die M\u00f6glichkeit, deren Sexualtrieb f\u00fcr\n ihre Zwecke auszunutzen, indem sie ihnen etwa Frauen als Kriegsbeute \nversprechen &#8211; oder 72 Jungfrauen im Jenseits.<\/strong><br><br><strong>Und\n schlie\u00dflich gibt es M\u00e4nner, die aus ehrlicher \u00dcberzeugung gegen die \nProstitution sind, weil sie sie f\u00fcr ausbeuterisch oder \ngemeinschaftssch\u00e4dlich oder gottlos halten. <\/strong><br><br><strong>Aber\n ein gro\u00dfes, gemeinsames, verbindendes Interesse des ganzen m\u00e4nnlichen \nGeschlechts an der Bek\u00e4mpfung der Prostitution, das sich in irgendeiner \nForm Bahn brechen <em>muss<\/em>, das gibt es <em>nicht<\/em>. Das gibt es aber beim weiblichen Geschlecht.<\/strong> <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Dienstleistung wie jede andere \u2013 Prostitution, Bordellbetreibung\n und alles, was zum Erotik-Bereich dazugeh\u00f6rt. Oder doch nur Mittel zum \nZweck, um mit einer schmutzigen T\u00e4tigkeit an m\u00f6glichst viel Geld zu \nkommen? Sollte man dem \u00e4ltesten Gewerbe der Welt daher mit einem Gesetz \nendg\u00fcltig den Garaus machen? Eine Frage, der sich nicht nur Sandra \nMaischberger und ihre G\u00e4ste im November 2013 w\u00e4hrend einer \nDiskussionsrunde widmeten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer noch stark umstritten sind die Meinungen zum Thema Prostitution\n und die Grenze zwischen freiwilliger und Zwangsprostitution scheint \nnahtlos ineinander \u00fcberzugreifen. Um sich diesem Thema angemessen zu \nn\u00e4hern, muss zun\u00e4chst einmal definiert werden, ab wann etwas freiwillig \ngeschieht und wo der Zwang beginnt. Geschieht etwas aus Freiwilligkeit, \ndann, so der Duden: \u201eaus eigenem freiem Willen geschehend; ohne Zwang \nausgef\u00fchrt\u201c. Zwang hingegen hat viele Definitionen und mindestens \ngenauso viele Arten, sich zu zeigen. Eines ist jedoch sicher: Er nimmt \ndem Opfer, das ihm unterliegt, jegliche Entscheidungsm\u00f6glichkeit und \nunterstellt ihn somit einem so starken Einfluss, dass sich diesem nicht \nentzogen werden kann. Die sogenannte \u201eArmutsprostitution\u201c z\u00e4hlt also \nstrenggenommen nicht zur Zwangsprostitution, da das \u00dcberleben auch auf \nandere Arten gesichert werden k\u00f6nnte und somit kein Zwang zur \nProstitution besteht, dem man sich nicht entziehen k\u00f6nnte. Wenn man denn\n wollte. Doch Feministinnen wie Alice Schwarzer sehen das anders: \u201eWir \nm\u00fcssen den Verursacher beim Namen nennen: Die M\u00e4nner. Es g\u00e4be keine \nProstitution, wenn M\u00e4nner keine M\u00e4dchen und Frauen kaufen w\u00fcrden.\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich. Und es g\u00e4be keine Automobilhersteller mehr, wenn fortan \nalle Menschen zu Fu\u00df gehen w\u00fcrden. \u2013 Logische Konsequenz: Die \nArbeitslosenquote steigt. Ganz zu schweigen davon, dass es durchaus auch\n m\u00e4nnliche Prostituierte gibt und Frauen, die daf\u00fcr zahlen. Doch nicht \nnur das! Auch w\u00fcrde ein Verbot von Prostitution oder eine Bestrafung der\n Freier, wie es das schwedische Modell vormacht, zu viel mehr illegalen \nT\u00e4tigkeiten und Kriminalit\u00e4t f\u00fchren, da die Menschen dennoch ihre Lust \nnach solchen nat\u00fcrlichen Grundbed\u00fcrfnissen befriedigen wollen, ja sogar \nm\u00fcssen, und somit andere Wege suchen, um ihren Hunger zu stillen. Sie \nkommen zum Beispiel in L\u00e4nder wie Deutschland, in denen Prostitution \nnoch erlaubt ist und sorgen dort daf\u00fcr, dass die Nutzungsrate steigt.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzum hie\u00dfe das: Verb\u00f6te man Prostitution auch in Deutschland, \nw\u00fcrden Bordelle illegal betrieben, die Mieten f\u00fcr Zimmer teurer werden \nund die Prostituierte w\u00e4ren gezwungen, t\u00e4glich entweder mehr Kunden zu \n\u201ebedienen\u201c oder sich ins Ausland abzusetzen. Eine diskutable L\u00f6sung? \nWohl kaum. Schwarzer w\u00fcrde jetzt h\u00f6chstwahrscheinlich damit \nargumentieren, dass sich in einem solchen Falle die Arbeiter\/innen in \ndiesem Gewerbe doch liebend gerne eine andere Arbeit suchen k\u00f6nnen und \ndas eigentlich auch wollen. Denn alle Prostituierten \u00fcbten ihre \nT\u00e4tigkeit ja unter Zwang aus, versteht sich.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass diese Meinung nur von geringem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und fehlender\n Akzeptanz anderer Meinungen herr\u00fchrt, ist offenkundig. Die \nGegenposition der Feministinnen sind Sexarbeiter\/innen, die ihren Beruf \nfreiwillig ergriffen haben und gerne aus\u00fcben. Doch ebendiesen wird die \nStimme einfach genommen. Sie werden als \u201epsychisch krank\u201c oder \u201ezur \nProstitution gezwungen\u201c deklariert und mit Opfern von Menschenhandel \ngleichgesetzt. Jonas Trolle, ein Polizist aus Schweden, betont sogar: \n\u201eNiemand \u00fcbt diesen Beruf freiwillig aus.\u201c und hat mit seiner Meinung \nviele Aktivisten und Feministinnen auf seiner Seite.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Prostitution durchaus freiwillig erfolgen kann und in so einem \nFall eine v\u00f6llig normale Dienstleistung wie jede andere ist und mit \nMenschenhandel rein gar nichts zu tun hat, scheint f\u00fcr Schwarzer, Trolle\n und Co. vollkommen indiskutabel. Es scheint, als w\u00e4re etwas, nur weil \nes unter Zwang nicht in Ordnung ist, auch freiwillig nicht in Ordnung. \nIm Endeffekt also wie Feldarbeit in Afrika. Zwingt man Menschen dazu, \ndann ist es absolut menschenunw\u00fcrdig. Keine Frage. Die Arbeit auf dem \nFeld an sich ist allerdings, unter der Bedingung, dass es freiwillig \ngeschieht, eine v\u00f6llig zumutbare M\u00f6glichkeit, seinen Unterhalt zu \nverdienen. Ein Dilemma, aus dem es unm\u00f6glich scheint, auszubrechen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das mag unter anderem auch daran liegen, dass es keine eindeutigen  Zahlen dar\u00fcber gibt, wie viele Arbeiter\/innen auf freiwilliger Basis  ihrem Beruf nachgehen. Nur im Bereich der Prostitution wisse man  angeblich genau, dass die Zahl derer, die zwangsprostituiert,  verschleppt und verkauft werden, erschreckend hoch sei. Laut dem Hauptkommissariat M\u00fcnchen arbeiten 90% der Prostituierten in Deutschland  als Zwangsprostituierte, wie Kommissar Helmut Sporer darlegt. Auch Frau  Schwarzer wirft in diversen Medien bis heute immer wieder mit  bemerkenswert hohen Zahlen um sich: 90% der Prostituierten st\u00fcnden unter  Zwang, au\u00dferdem k\u00e4men 90% der Sexarbeiterinnen aus Osteuropa und  sowieso seien \u201e\u00fcber 90%\u201c der Damen schon im Kindesalter missbraucht  worden. Eine Quelle f\u00fcr diese Behauptungen gibt es allerdings nicht.  Doch wie sieht es mit den Zahlen der ordentlich eingetragenen  Mitarbeiter\/innen im Prostitutionsgewerbe aus? Fehlanzeige. Ein Grund  daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass viele nur zeitweilig in diesem Gewerbe t\u00e4tig  sind. Allerdings sind Zahlen wie die der Polizei M\u00fcnchen weder  stichhaltig noch mit zuverl\u00e4ssigen Daten zu belegen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Traurig, aber wahr: Anscheinend wird Prostitution in der heutigen \nGesellschaft immer noch als schmutzig und versaut angesehen und sowohl \nBordellbetreiber als auch Sexarbeiter\/innen und Kunden f\u00fchlen sich \ngen\u00f6tigt, ihre Interessen und Berufe zu verheimlichen, sich teilweise \nsogar daf\u00fcr sch\u00e4men zu m\u00fcssen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihnen\n auferlegt wird, ihre Arbeit k\u00f6nne doch keinen Spa\u00df machen und sei daher\n menschenunw\u00fcrdig. Ergo muss Arbeit also Spa\u00df machen, um anerkannt zu \nwerden. Doch was ist mit \u201enormaler\u201c Arbeit wie zum Beispiel \nKanalreinigung? Wenn diese den Arbeitern keinen Spa\u00df macht, ist sie dann\n ebenfalls menschenunw\u00fcrdig? Wohl kaum. Auch Amber Lain, ehemalige \nfreiwillige Sexarbeiterin und heute Bordellbesitzerin, h\u00e4lt dagegen: \n\u201eProstitution ist, nat\u00fcrlich auf Basis des eigenen Willens, eine \nDienstleistung wie jede andere. Prostitution ist nicht gleich \nMenschenhandel. Und eine Sexarbeiterin keineswegs psychisch krank oder \nein Opfer.\u201c Aber es ist selbstverst\u00e4ndlich einfacher und bequemer, gegen\n etwas zu polemisieren, als sich die M\u00fche zu machen, die Sichtweise zu \n\u00e4ndern und es so zu verstehen. Sogar die Menschenrechtsorganisation \nAmnesty International spricht sich auf einer Abstimmung in Dublin \npositiv f\u00fcr die Legalisierung von Prostitution aus.<br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Liebe Bef\u00fcrworterinnen der freiwilligen Prostitution!<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ver\u00f6ffentlicht am 14. August 2014 von <a href=\"https:\/\/www.aliceschwarzer.de\/authors\/1-alice-schwarzer-0\">Alice Schwarzer<\/a><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte die Reform des fatalen \nProstitutionsgesetzes von 2002 jetzt scheitern, dann liegt das an euch: \nden linken Frauen. Ihr, die engagierten Frauen in der SPD und bei den \nGr\u00fcnen oder Linken; ihr, die aufrechten Protestantinnen; ihr, die coolen\n Szene-Bloggerinnen seid f\u00fchrend bei der Bef\u00fcrwortung der Prostitution \n(Die M\u00e4nner halten sich auffallend zur\u00fcck). Und ihr meint das vielleicht\n sogar auch noch gut. Denn ihr haltet eine \u00c4chtung der Prostitution \nletztendlich f\u00fcr die \u00c4chtung einer freien Sexualit\u00e4t.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr scheint fasziniert von dem, was ihr in <em>Brigitte<\/em> oder <em>Zeit<\/em> oder<em> taz<\/em>\n \u00fcber \u201egl\u00fcckliche Sexarbeiterinnen\u201c schreibt bzw. lest. Vor den \nhunderttausenden, meist osteurop\u00e4ischen, Elendsprostituierten \nverschlie\u00dft ihr die Augen. Stattdessen idealisiert ihr die paar tausend,\n meist deutschen, so genannten \u201efreiwilligen\u201c Prostituierten, die es \nhierzulande noch gibt. Das sind Gelegenheitsprostituierte, das sind \nselbstst\u00e4ndige Dominas oder Ex-Prostituierte, die l\u00e4ngst ein eigenes \n\u201eStudio\u201c betreiben, wo sie andere Frauen f\u00fcr sich \u00adanschaffen lassen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist euch eigentlich klar, dass eure \nPro-Prostitutions-Haltung einmalig ist auf der Welt, ein echtes \ndeutsches Ph\u00e4nomen? In L\u00e4ndern wie Frankreich, Schweden oder Amerika \nw\u00fcrdet gerade ihr vermutlich ganz anders denken. Denn da bezeichnet man \ndie Prostitution als \u201eWhite Slavery\u201c, und sind fortschrittliche Frauen \nzwar selbstverst\u00e4ndlich solidarisch mit Prostituierten, kritisieren bzw.\n bek\u00e4mpfen jedoch das System Prostitution.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses System, das aus Frauen das \nk\u00e4ufliche Geschlecht macht \u2013 und das ausgerechnet in einer Zeit, in der \nder \u201ekommunikative Sex\u201c, also eine wirklich gleichberechtigte und \ngegenseitige Sexualit\u00e4t zwischen den Geschlechtern, zunimmt (wie auch \ndie SexualforscherInnen konstatieren). Eure Verharmlosung und Bejahung \ndes kommerzialisierten Sex aber dreht diese positive Entwicklung \n\u00adzur\u00fcck.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie konnte es zu so einem Missverst\u00e4ndnis kommen? Was k\u00f6nnte der \nGrund daf\u00fcr sein, dass ihr vor den Motiven der Freier die Augen \nverschlie\u00dft und gleichzeitig so hartn\u00e4ckig die Lebensrealit\u00e4t der Frauen\n in der Prostitution leugnet? Dabei m\u00fcsstet ihr doch nur hinsehen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir \u00c4lteren erinnern uns. Es hat angefangen, ja, im Namen des \nFeminismus. Das war Ende der 70er Jahre. Da erschienen die ersten Texte \ndar\u00fcber, wie schick es sei, sich zu prostituieren: in der feministischen\n Courage, im anarcho-linken Pflasterstrand, in der <em>taz<\/em>. Meist \nwaren es Studentinnen, die als Gelegenheitsprostituierte jobbten. Sie \nwussten zu berichten, wie \u201egeil\u201c es sei, mal eine schnelle Nummer f\u00fcr \ngutes Geld zu machen. Oder wie leicht es sei, in der Peepshow ein paar \nMark f\u00fcr die WG-Kasse dazu zu verdienen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das waren die T\u00f6chter der \u201esexuellen \u00adRevolution\u201c. Doch da hatten \nFeministinnen \u2013 wie Kate Millett in \u201eSexus und Herrschaft\u201c (1971) und \n\u201eDas verkaufte Geschlecht\u201c (1975) oder Shulamith Firestone mit \n\u201eFrauenbefreiung und sexuelle Revolution\u201c (1974) sowie ich im \u201eKleinen \nUnterschied\u201c (1975) \u2013 schon l\u00e4ngst analysiert: Diese Art von \u201esexueller \nRevolution\u201c war nur die andere Seite der Medaille des b\u00fcrgerlichen \nMiefs. Wir Frauen, die wir bisher nur einem Mann zu geh\u00f6ren hatten, \nsollten nun allen M\u00e4nnern geh\u00f6ren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der Folgen der neuen Libertinage \nwar, dass sich so manche \u201esexuell Befreite\u201c sagte: Warum dann nicht auch\n gleich daf\u00fcr kassieren? Das waren Frauen, die im Zuge der \nGleichberechtigung die traditionell m\u00e4nnliche Trennung von Gef\u00fchl und \nSex \u00fcbernommen hatten \u2013 oder aber aus den hinl\u00e4nglich bekannten Gr\u00fcnden \nnoch nie Gef\u00fchle beim Sex gehabt hatten. In der Tat, warum dann also \nnicht gleich kassieren?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenige Stimmen, darunter EMMA, stellten \nsich von Anbeginn an gegen diese Pervertierung der sexuellen Befreiung. \nDabei gingen und gehen wir Feministinnen selbstverst\u00e4ndlich nicht von \neiner \u00adnat\u00fcrlichen \u201eweiblichen\u201c bzw. \u201em\u00e4nnlichen\u201c Sexualit\u00e4t aus. \nSexualit\u00e4t ist Kultur, ist \u00aderlernt. Und der Anspruch, dass Sexualit\u00e4t \n&amp; Liebe Hand in Hand gehen, ist \u00fcbrigens relativ neu. Im Patriarchat\n war Sexualit\u00e4t f\u00fcr M\u00e4nner nichts als eine Art \u201eBranding\u201c der Frauen, \neine Machtaus\u00fcbung \u00fcber Frauen; dabei unterschieden die M\u00e4nner zwischen \n\u201eHeiligen\u201c, die ihnen allein geh\u00f6rten, und \u201eHuren\u201c, die allen geh\u00f6rten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat sich nicht zuletzt dank der \nFrauenbewegung ge\u00e4ndert. Die meisten Frauen haben heute eine weitgehend \nselbstbestimmte Sexualit\u00e4t und ein eigenes Begehren. Sollen also \nausgerechnet wir fortschrittlichen Frauen jetzt zur Wiederherstellung \nder alten Ordnung beitragen, indem wir das System Prostitution \nakzeptieren? Im Namen der Emanzipation? Und des Profits! Denn die \nProfitraten in Prostitution und Menschenhandel, beide untrennbar \nmiteinander verkn\u00fcpft, liegen heute bei locker \u00adtausend Prozent. Der \nglobal organisierte Handel mit Frauen bringt mindestens \u00adsoviel wie der \nmit Drogen und Waffen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden die Menschen sich in zwanzig, \ndrei\u00dfig Jahren zur\u00fcckwenden und sagen: Wie konnte das passieren? Wie \nkonnten wir das zulassen! Vielleicht. Aber das tr\u00f6stet mich nicht. Wir \nm\u00fcssen jetzt handeln! Jeder Tag kostet zerschundene K\u00f6rper und tote \nSeelen. Darum m\u00fcssen wir im Gespr\u00e4ch bleiben. Und darum interessieren \nmich eure Motive.<br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nGlaubt ihr, dass es M\u00e4nnern gef\u00e4llt, wenn\n ihr pro Prostitution seid? \u2013 Oder verachten nicht gerade M\u00e4nner das, \nweil sie viel besser wissen, was Prostitution wirklich ist?<br>\n<\/li><li><br>\nGlaubt ihr, Prostitution sei sexy, weil \nihr selber manchmal \u201eschmutzige\u201c Fantasien habt, in denen ihr euch \n\u201everkauft\u201c? \u2013 Dann solltet ihr den Unterschied zwischen Fantasie und \nRealit\u00e4t bedenken.<br>\n<\/li><li><br>\nGlaubt ihr, Prostitution sei identisch \nmit Sexualit\u00e4t? \u2013 Dann solltet ihr mal Prostituierte und Freier nach \nihren wahren Motiven und wahren Gef\u00fchlen fragen (nicht die, die sie \nihren Kunden vorspielen). Frauen, die sich prostituieren, geht es ums \nGeld, meist haben sie keine andere Wahl. Freiern geht es um \nMachtaus\u00fcbung: Einmal nicht diskutieren bzw. nach ihrem Begehren fragen,\n sondern einfach fordern.<br>\n<\/li><li><br>\nGlaubt ihr, es g\u00e4be Prostituierte, denen \ndas Spa\u00df macht? \u2013 Dann solltet ihr mal die wunden Vaginas und \nzerrissenen M\u00fcnder der Prostituierten sehen, die zehn, zwanzig Freier am\n Tag f\u00fcr 20, 30 Euro pro Nummer akzeptieren m\u00fcssen. F\u00fcrs schiere \n\u00dcberleben.<br>\n<\/li><li><br>\nGlaubt ihr, dass wir uns nicht \neinzumischen haben in die Verh\u00e4ltnisse, unter denen die Mehrheit der \nProstituierten in Deutschland arbeitet? \u2013 Aber warum protestiert ihr \ndann gegen die Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen bei Amazon? Die \nbekommen immerhin einen Lohn \u00fcber dem Mindestlohn und leben in \nContainern. Die meisten Elendsprostituierten tr\u00e4umen (nach Abzug der \nZimmermiete) von einem solchen Stundenlohn. Und sie m\u00fcssen in der Regel \nin den Betten schlafen, in denen sie die Freier bedienen.<br>\n<\/li><li><br>\n\u200bGlaubt ihr, es sei altmodisch zu sagen: \nDer K\u00f6rper ist keine Ware? Und denkt ihr, dass man im Kapitalismus alles\n verkaufen sollte, was kommerzialisierbar ist? \u2013 Dann m\u00fcsstet ihr zum \nBeispiel auch f\u00fcr die Legalisierung des Organhandels sein oder der \nLeihmutterschaft.<br>\n<\/li><li><br>\nGlaubt ihr, man k\u00f6nnte, ja sollte \nSexualit\u00e4t und Gef\u00fchl trennen? \u2013 Oder kennt ihr in Wahrheit selber die \nLeere, die diese Trennung zur\u00fcck l\u00e4sst?<br>\n<\/li><li><br>\nGlaubt ihr, \u201ediese Frauen\u201c seien eben anders als ihr? \u2013 Oder seid ihr einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort geboren?<br>\n<\/li><li><br>\n\u200bGlaubt ihr \u2026<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch was immer ihr glaubt, liebe \u00adFrauen: Denkt es zu Ende. Was w\u00e4re,\n wenn ihr selber in dieser Lage w\u00e4rt? In der Lage dieser so fernen \nProstituierten, gegen\u00fcber auf dem Stra\u00dfenstrich oder nebenan im \n\u201eModelstudio\u201c bzw. im Bordell.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und was immer ihr glaubt, bedenkt, wie allein schon die M\u00f6glichkeit, \nzu einer Prostituierten zu gehen, das Begehren und den Blick eines \nMannes und eurer S\u00f6hne pr\u00e4gen kann. Ein Blick, der sich auch auf euch \nund eure T\u00f6chter richtet.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vor allem: Habt Mitgef\u00fchl! Habt Mitgef\u00fchl mit den \nHunderttausenden von Frauen, die das materielle oder seelische Elend in \ndie Prostitution treibt. Wendet euch nicht ab von diesen Frauen. Tragt \nbei zu ihrem Schutz \u2013 und zu ihrer realen Chance auf ein \nmenschenw\u00fcrdiges Leben. Ein Leben, wie wir, ihr und ich, es so \nselbstverst\u00e4ndlich f\u00fchren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Alice Schwarzer<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.aliceschwarzer.de\/artikel\/liebe-befuerworterinnen-der-freiwilligen-prostitution-317539\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>https:\/\/www.aliceschwarzer.de\/artikel\/liebe-befuerworterinnen-der-freiwilligen-prostitution-317539<\/em><\/a><br><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>**************************************************************************************<\/em><br><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">An die Bundeskanzlerin und den Bundestag<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ver\u00f6ffentlicht im Herbst 2013 von <a href=\"https:\/\/www.aliceschwarzer.de\/authors\/1-alice-schwarzer-0\">Alice Schwarzer<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prostitution ist \u201edas \u00e4lteste Gewerbe der Welt\u201c? Prostitution ist  \u201eein Beruf wie jeder andere\u201c? Prostitution wird es immer geben, denn ihre Abschaffung ist utopisch? Falsch. Auch die Abschaffung der  Sklaverei galt vor gar nicht so langer Zeit noch als Utopie. Und auch  wenn die Sklaverei aus unserer Welt keineswegs ganz verschwunden ist, so  w\u00e4re es heutzutage f\u00fcr einen aufgekl\u00e4rten, demokratischen Staat doch  undenkbar, die Sklaverei zu tolerieren oder gar zu propagieren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch genau das tut Deutschland mit der Prostitution: Es toleriert, ja\n f\u00f6rdert diese moderne Sklaverei (international \u201ewhite slavery\u201c \ngenannt). Die Reform des Prostitutionsgesetzes 2002, die angeblich den \ngesch\u00e4tzt 700.000 Frauen (Mittelwert) in der Prostitution nutzen sollte,\n tr\u00e4gt die Handschrift der Frauenh\u00e4ndler und ihrer LobbyistInnen. \nSeither ist Deutschland zu Europas Drehscheibe f\u00fcr Frauenhandel und zum \nParadies der Sextouristen aus den Nachbarl\u00e4ndern geworden. Ein deutscher\n Sonderweg. Selbst die Niederlande rudern zur\u00fcck. Die skandinavischen \nL\u00e4nder haben schon vor Jahren die \u00c4chtung und Bestrafung der Freier \neingef\u00fchrt. Und Frankreich und Irland sind im Begriff, es ihnen \nnachzutun.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weltweit sind Frauenhandel und Prostitution, beides untrennbar \nmiteinander verbunden, heute neben dem Waffen- und Drogenhandel das \nGesch\u00e4ft mit den h\u00f6chsten Profitraten (\u00fcber 1.000 Prozent). Profit nicht\n f\u00fcr die Frauen. Selbst die Minderheit deutschst\u00e4mmiger Prostituierter, \noft schon als Kinder Opfer sexu\u00adeller Gewalt, landet zu \u00fcber 90 Prozent \nin der Altersarmut. Ganz zu schweigen von den Ausl\u00e4nderinnen aus der \nArmuts- und Zwangsprostitution.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das System Prostitution ist Ausbeutung und zugleich Fortschreibung \nder traditionell gewachsenen Ungleichheit zwischen M\u00e4nnern und Frauen \n(und L\u00e4ndern\/Kontinenten). Das System Prostitution degradiert Frauen zum\n k\u00e4uflichen Geschlecht und \u00fcberschattet die Gleichheit der Geschlechter.\n Das System Prostitution brutalisiert das Begehren und verletzt die \nMenschenw\u00fcrde von M\u00e4nnern und Frauen \u2013 auch die der sogenannt \n\u201efreiwilligen\u201c Prostituierten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darum fordern wir von Politik und Gesellschaft:<br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nEine Gesetzes\u00e4nderung, die der \nDeregulierung von Frauenhandel und Prostitution schnellstm\u00f6glich Einhalt\n gebietet und die Frauen sowie die Minderheit m\u00e4nnlicher Prostituierter \nsch\u00fctzt.<br>\n<\/li><li><br>\nPr\u00e4vention in Deutschland und in den \nHerkunftsl\u00e4ndern, sowie Hilfen zum Ausstieg f\u00fcr Frauen in der \nProstitution. Und Schutz vor Abschiebung von Zeuginnen sowie deren \nAufenthaltsrecht.<br>\n<\/li><li><br>\nAufkl\u00e4rung \u00fcber die Folgen von Frauenkauf bereits in den Schulen etc.<br>\n<\/li><li><br>\n\u00c4chtung und, wenn n\u00f6tig, auch Bestrafung \nder Freier; also der Frauenk\u00e4ufer, ohne die dieser Menschenmarkt nicht \nexistieren w\u00fcrde.<br>\n<\/li><li><br>\nMa\u00dfnahmen, die kurzfristig zur Eind\u00e4mmung und langfristig zur Abschaffung des Systems Prostitution f\u00fchren.<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein menschenw\u00fcrdiges Leben ist denkbar.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.emma.de\/unterzeichnen-der-appell-gegen-prostitution-311923\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.emma.de\/unterzeichnen-der-appell-gegen-prostitution-311923<\/a><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>**************************************************************************************<br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eNur eine Welt ohne Prostitution ist human\u201c <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interview mit Alice Schwarzer, ver\u00f6ffentlicht am 04. November.2013 von J\u00f6rg Eigendorf, Marc Neller in \u201eDie Welt\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Feministin Alice Schwarzer will sich den \nTraum von einer Welt ohne Prostitution nicht nehmen lassen. Sie sagt: 90\n Prozent der Prostituierten wollen aussteigen \u2013 viele aber k\u00f6nnen es \nnicht.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir fordern: Prostitution abschaffen\u201c: P\u00fcnktlich zu den Koalitionsverhandlungen haben 90 Prominente <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article121285504\/Deutschland-das-Paradies-fuer-Sextouristen.html\">einen Aufruf unterschrieben<\/a>.\n Damit stellen sie sich gegen das Prostitutionsgesetz, das die rot-gr\u00fcne\n Regierung 2002 das Gesch\u00e4ft der Huren zu legalisieren versuchte. \nExperten glauben sowieso nicht daran, dass sich das \u00e4lteste Gewerbe \njemals aus der Welt schaffen l\u00e4sst, die \u201eEmma\u201c-Herausgeberin <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/alice-schwarzer\/\">Alice Schwarzer<\/a>\n hingegen schon. Sie will sich nicht den Traum von einer \nprostitutionsfreien Welt nehmen lassen, fordert aber ganz pragmatisch, \nerst mal die kleinen Schritte zu gehen. Dazu k\u00f6nnte sogar geh\u00f6ren, dass \nBordelle verstaatlicht werden.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Frau Schwarzer, wem nutzt ein solcher Aufruf \u2013 den Huren oder den Unterzeichnern, die sie jetzt auf Ihrer Titelseite abbilden?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alice Schwarzer:<\/strong> Es nutzt dem Thema und ist \nhoffentlich ein Ansto\u00df f\u00fcr die \u00fcberf\u00e4llige gesellschaftliche Debatte. \nDenn Prostitution ist in Deutschland heute gesellschaftsf\u00e4hig. Sie gilt \nals cool. Wer einen solchen Aufruf unterzeichnet, muss sich vermutlich \neiniges anh\u00f6ren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Das glauben Sie doch nicht wirklich. Der \nARD-Tatort \u201eWegwerfm\u00e4dchen\u201c oder der ZDF-Film \u201eOperation Zucker\u201c haben \nf\u00fcr viel Emp\u00f6rung gesorgt.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Klar emp\u00f6rt sich dar\u00fcber jeder, weil da \nKinder betroffen waren. Aber die Lage erwachsener Prostituierter zu \nkritisieren, das ist bisher nicht angesagt. Da hei\u00dft es gerne, \nProstitution ist \u201eein Beruf wie jeder andere\u201c. Die Frauen und M\u00e4nner, \ndie unseren Appell zur Abschaffung der Prostitution unterschrieben \nhaben, geh\u00f6ren zu einer mutigen Minderheit.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Sie wollen Prostitution abschaffen. Das ist doch v\u00f6llig naiv.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Finden Sie? Das hat man vor gar nicht so langer Zeit auch von den Gegnern der Sklaverei gesagt.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Ja, und Sklaverei gibt es in vielen Teilen der Welt immer noch.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Ja, leider. Aber kein aufgekl\u00e4rter, \ndemokratischer Staat w\u00fcrde die Sklaverei noch dulden, verharmlosen oder \ngar propagieren \u2013 wie es Deutschland heute mit der Prostitution tut. Nur\n eine Welt ohne Prostitution, eine Welt, in der M\u00e4nner nicht f\u00fcr einen \nGeldschein den K\u00f6rper und die Seele einer Frau benutzen k\u00f6nnen, w\u00e4re \neine humane Welt. Nahziel sind Schutz und Hilfe f\u00fcr die Frauen in der \nProstitution \u2013 und die M\u00f6glichkeit zur Verfolgung der Menschenh\u00e4ndler, \nZuh\u00e4lter und Bordellbetreiber, die f\u00fcr Wuchermieten Zimmer an die Frauen\n vermieten. Ja, und \u00fcber die Bestrafung der Freier m\u00fcssen wir auch \nreden. Sie sind es schlie\u00dflich, die \u00fcberhaupt erst den Markt zum \nFrauenkauf schaffen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> In Stockholm mag das klappen, da braucht \nman nur ein paar Polizisten. Aber in einem Land wie Deutschland mit so \nvielen Gro\u00dfst\u00e4dten und einer v\u00f6llig anderen Sozialstruktur ist das \nkomplett unrealistisch.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Aus dem Mund der schwedischen Polizei \nh\u00f6rt sich das aber sehr praktikabel an. Die haben gro\u00dfe Erfolge \u2013 auch \nbei den Frauen, denen sie den Ausstieg anbieten. 75 Prozent der M\u00e4nner \nund 93 Prozent der Frauen in Schweden sind inzwischen gegen das System \nProstitution.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Schwedische M\u00e4nner reisen nach Deutschland\n oder \u00d6sterreich und bringen in zwei Wochen ihr Erspartes unter die \nHuren. Im Winter werden die Prostituierten in Bussen in die Steiermark \ngekarrt.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Mit der Prostitution ist es eben wie in der Finanzwelt. Wir brauchen eine globale Regulierung.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Die es auch in der Finanzwelt auf absehbare Zeit nicht geben wird. Ist es da nicht besser, Prostitution  unter strenger staatlicher Kontrolle im eigenen Land anzubieten, statt die Freier ins Ausland zu treiben? Dann verdienen Prostituierte und  Staat gleicherma\u00dfen, nicht aber Zuh\u00e4lter und dubiose Zimmervermieter.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Das w\u00e4re ein erster Schritt. Aber auch vor diesen Bordellen stehen die Zuh\u00e4lter und kassieren. Vor allem, wenn  es Frauen aus bitterarmen L\u00e4ndern sind, die kaum ein Wort Deutsch  sprechen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Was schlagen Sie vor?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Wir m\u00fcssen mit kleinen Schritten anfangen. Zuallererst sollten wir Mitgef\u00fchl entwickeln. F\u00fcr jeden von uns ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass man einer alten Frau nicht auf den  Kopf schl\u00e4gt und ihr die Handtasche klaut. Was mit den Prostituierten gleich nebenan passiert, ist aber noch viel schlimmer. Wir haben ein  gesellschaftliches Klima, in dem Prostitution nicht als \u00dcbel verstanden  wird. Im zweiten Schritt m\u00fcssen wir bessere Gesetze machen, den  Polizeiapparat st\u00e4rken. Nur so k\u00f6nnen wir Menschenh\u00e4ndler verfolgen, Zuh\u00e4ltern und Bordellbesitzern das Leben schwer machen. Und drittens  brauchen wir mehr Hilfe f\u00fcr die Frauen, aus dieser Szene auszusteigen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Was kann der Staat den Frauen an \nPerspektive bieten? Viele sind so kaputt, die k\u00f6nnen \u00fcberhaupt keinen \nnormalen Job mehr machen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Das stimmt. Viele Frauen sind so \nabh\u00e4ngig, so zerst\u00f6rt, so hilflos, dass es keinen anderen Weg mehr zu \ngeben scheint. Aber das kann doch kein Argument sein, einfach zuzusehen.\n Ich habe schon oft f\u00fcr etwas gek\u00e4mpft, das utopisch schien. Glauben Sie\n mir: Irgendwann wacht die Gesellschaft auf. Wer h\u00e4tte zum Beispiel \ngedacht, dass sich die &#8222;Welt&#8220; eines Tages so vehement gegen Prostitution\n einsetzt?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Fachleute sagen, es bewege sich etwas im Kampf gegen die dunklen Seiten der Prostitution. Was glauben Sie?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Was hei\u00dft \u201edunkle Seiten\u201c. Die ganze \nProstitution ist ein dunkles Kapitel und liegt wie ein schwerer Schatten\n \u00fcber dem Verh\u00e4ltnis der Geschlechter. Frauen sind das k\u00e4ufliche \nGeschlecht \u2013 und M\u00e4nner die (potenziellen) K\u00e4ufer. Unser ethisches und \nunser Rechtsempfinden muss sich \u00e4ndern.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Sie haben das Prostitutionsgesetz der rot-gr\u00fcnen Regierung aus dem Jahr 2002 scharf kritisiert. Wie gro\u00df ist  der Anteil dieses Gesetzes an der aktuellen Lage?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Es ist entscheidend. Dieses Gesetz wurde \nvon Anbeginn an f\u00fcr Menschenh\u00e4ndler und Zuh\u00e4lter gemacht, nicht f\u00fcr die \nProstituierten. Da haben die Lobbyisten kr\u00e4ftig mitgeschrieben \u2013 und \neinige Politikerinnen naiv mitgemacht. Die Frauen sind seither noch \nschutzloser. Mit Selbstbestimmung hat das f\u00fcr 95 Prozent der \nProstituierten nichts zu tun. Das linke und liberale Milieu hat total \nversagt in der gesamten Sexualpolitik. Der Hauptfehler war die Leugnung \nder Machtverh\u00e4ltnisse: zwischen Erwachsenen und Kindern bei der \nP\u00e4dophilie, zwischen M\u00e4nnern und Frauen in der Prostitution.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Die Konservativen sind da fortschrittlicher?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Nein. Aber die haben wenigstens noch die \ngute alte Doppelmoral. Das ist besser als gar keine Moral. Den \nkonservativen M\u00e4nnern ist es wenigstens noch peinlich, ins Bordell zu \ngehen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Die Lobby-Verb\u00e4nde der Prostituierten werben f\u00fcr den Beruf. Sie hingegen streiten ab, dass Frauen das freiwillig machen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Klar, dass die daf\u00fcr werben. Diese \nVerb\u00e4nde sind in den H\u00e4nden der Bordellbetreiber \u2013 und die verdienen an \nden Frauen. Ich habe in den vergangenen 40 Jahren noch nicht eine Frau \nkennengelernt, die den Job gerne gemacht h\u00e4tte und nicht eigentlich \naussteigen wollte. 90 Prozent aller Prostituierten wollen aussteigen \u2013 \naber sie k\u00f6nnen es oft nicht.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Und was ist mit den Studentinnen, die sich\n nebenher schnelles Geld als Escort-Damen verdienen? Nach dem Motto: \nlieber anschaffen als putzen?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Auch das gibt es nat\u00fcrlich. Ich f\u00fcrchte \nnur, der Kater kommt sp\u00e4ter. Damit zerst\u00f6rt eine Frau sich nat\u00fcrlich \njede Unbefangenheit in der Sexualit\u00e4t. Doch vermutlich war sie schon \nvorher zerst\u00f6rt. \u00dcber 90 Prozent aller Prostituierten erlitten schon als\n Kinder Missbrauch. Frauen, denen das erspart geblieben ist, haben \nGl\u00fcck. Als ich 21 Jahre alt war, habe ich als Sprachstudentin in Paris \ngelebt. Damals habe ich f\u00fcr drei Francs die Stunde geputzt. Ich bin \nnicht einmal auf den Gedanken gekommen, stattdessen meinen K\u00f6rper zu \nverkaufen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Viele Frauen aus Osteuropa oder Afrika sehen gar keine andere Wahl, als sich zu prostituieren. Es ist eine existenzielle Frage.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> So ist es. Die meisten Prostituierten \nkommen aus den \u00e4rmsten L\u00e4ndern. 90 Prozent des so genannten \nFrischfleischs, das in Deutschlands Bordellen angeboten wird, kommt \nheute aus Bulgarien oder Rum\u00e4nien. Es sind Armuts- und \nZwangsprostituierte. Manche werden von ihren eigenen Familien verkauft. \nIn dem Zusammenhang von Freiwilligkeit zu sprechen, ist der pure \nZynismus.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Woher nehmen Sie solche Zahlen?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Die k\u00f6nnen Sie sehr leicht auch selber \nrecherchieren. Reden Sie mit der Polizei, den Sozialarbeiterinnen, gehen\n Sie in die Bordelle.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Das haben wir auch getan. Wie unser \nProstitutionsatlas zeigt: Es gibt keine verl\u00e4sslichen Zahlen \u2013 nicht \neinmal dar\u00fcber, wie viele Huren in einer Stadt arbeiten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Ihre Statistik zeigt nur, wie ineffektiv \nselbst auf der Ebene das Prostitutionsgesetz ist. Niemand hat ein \nInteresse, Transparenz in dieses dunkle Gesch\u00e4ft zu bringen: nicht die \nheimlich arbeitenden deutschen Prostituierten, von denen es meist die \neigenen Kinder nicht wissen, nicht die Armuts- und Zwangsprostituierten &#8211;\n und schon gar nicht die wahren Profiteure. Wir sind also auf \nSch\u00e4tzungen angewiesen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Was ist mit den wenigen deutschen Frauen, die sich noch prostituieren?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Sie sind entweder in das Milieu \nhineingeboren worden. Oder sie haben schon als Kind lernen m\u00fcssen, \ngef\u00fcgig zu sein, sich mit Sex Zuneigung zu erkaufen, sind also Opfer von\n Missbrauch. Irgendwann stellen sie dann fest, dass es daf\u00fcr sogar Geld \ngibt und ein bisschen Macht. Aber die verfliegt schnell. Was bleibt ist:\n Drei von vier Prostituierten sind abh\u00e4ngig von Drogen und Alkohol, zwei\n von drei werden im Job vergewaltigt, zwei von drei leiden unter \nposttraumatischen St\u00f6rungen. Das sagen uns internationale Studien. \nProstitution ist die h\u00e4ssliche Fratze des strukturell ungleichen \nVerh\u00e4ltnisses zwischen den Geschlechtern.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Warum der Geschlechter? Prostitution gibt es auch unter M\u00e4nnern, und auch Frauen gehen zu m\u00e4nnlichen Prostituierten.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Es ist in der Tat keine Frage des \nbiologischen Geschlechtes, sondern eine des Machtverh\u00e4ltnisses, in dem \nMenschen zueinander stehen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Warum tut sich die Bundesregierung so schwer, dass Gesetz von 2002 zu ver\u00e4ndern?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Erst hat sich die SPD damit schwer getan,\n den eigenen Fehler einzugestehen. Und dann hat die FDP blockiert. Doch \ndas ist nun nicht mehr das Problem.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt:<\/strong> Die SPD-Frauen haben Ihren aktuellen Verbots-Aufruf nicht unterschrieben.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwarzer:<\/strong> Noch nicht. Aber die Vorsitzende der  SPD-Frauen, Elke Ferner, hat uns geschrieben, dass sie und ihre  Kolleginnen \u201ealle Forderungen des Appells richtig\u201c finden. Und sich \u201eauf  jeden Fall f\u00fcr \u00c4nderungen des Gesetzes einsetzen\u201c werden. Die Zeit ist reif. Die Gro\u00dfe Koalition wird Schluss machen mit der Deregulierung des  Prostitutionsmarktes und hoffentlich die gesetzlichen Voraussetzungen  schaffen f\u00fcr menschenw\u00fcrdigere Verh\u00e4ltnisse.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle:<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article121496718\/Nur-eine-Welt-ohne-Prostitution-ist-human.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article121496718\/Nur-eine-Welt-ohne-Prostitution-ist-human.html<\/a><br><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><br><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Das Verbot von Prostitution &#8211; Zwischen Freiheit und Zwang (Teil 2)<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Ende der Heuchelei \u2013 Deutschland hat ein neues Anti-Prostitutionsgesetz<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/erklarung-von-dona-carmen-e-v-aus-anlass-der-verabschiedung-des-gesetzes-zur-bekampfung-des-menschenhandels-und-uberwachung-von-prostitutionsstatten\/\">28. Juni 2013<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/author\/admin\/\">Do\u00f1a Carmen<\/a><\/strong><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In der Nacht von Donnerstag auf \nFreitag, den 28.06.2013, hat der Deutsche Bundestag in 2. und 3. Lesung \ndem am 4. Juni 2013 von den Fraktionen der CDU\/CSU und FDP vorgelegten \n\u201eEntwurf eines Gesetzes zur Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels und \n\u00dcberwachung von Prostitutionsst\u00e4tten\u201c verabschiedet. Die Umsetzung der \nprostitutionsfeindlichen EU-Richtlinie 2011\/36\/EU war der willkommene \nAnlass f\u00fcr eine massive Einschr\u00e4nkung des grundgesetzlich gesch\u00fctzten \nRechts auf freie Berufsaus\u00fcbung in der Sexarbeit. Kernpunkt des neuen \nGesetzes ist eine gewerberechtliche Reglementierung von Prostitution mit\n der Einstufung von Prostitutionsst\u00e4tten als \u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige \nGewerbe\u201c nach \u00a7 38 Gewerbeordnung.<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6ffentlich angepriesen und vermarktet wird das neue Gesetz als \n\u201egewerberechtliche Gleichbehandlung\u201c des Prostitutionsgewerbes und als \n\u201eVerbesserung\u201c von Rahmenbedingungen der Sexarbeit in der Prostitution. \nNichts von dem trifft zu.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Faktisch handelt es sich bei der nun beschlossenen gewerberechtlichen\n Reglementierung von Prostitution um einen massiven Eingriff in das auch\n Sexarbeiterinnen grundgesetzlich zustehende Recht auf ungehinderte \nBerufsaus\u00fcbung. Statt auf mehr Rechte f\u00fcr Sexarbeiter\/innen in der \nProstitution setzt man erneut und ohne sachlichen Grund auf mehr \nbeh\u00f6rdliche und polizeiliche Kontroll- Und \u00dcberwachungsbefugnisse \ngegen\u00fcber den Betroffenen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter dem Vorwand der Umsetzung der EU-Richtlinie 2011\/36\/EU und \neiner wirksameren Bek\u00e4mpfung des so genannten \u201eMenschenhandels\u201c geht es \nin Wirklichkeit um die Abwicklung des 2002 verabschiedeten \nProstitutionsgesetzes. Dieses Gesetz stand \u2013 bei aller notwendigen \nKritik \u2013 f\u00fcr eine Ausgestaltung der Legalisierung von Prostitution. Nach\n gerade mal 11 Jahren und einer ma\u00dflosen medialen Hetze gegen die \nlegalisierte Sexarbeit in der Prostitution ist das Prostitutionsgesetz \nvon 2002 nunmehr substantiell ausgeh\u00f6hlt. Es erweist sich als \nBetriebsunfall in der Geschichte deutscher Prostitutionspolitik.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auch das<strong> Ende der Heuchelei<\/strong>: Das Versprechen \nauf eine den legitimen Interessen der Sexarbeiter\/innen entsprechende \nLegalisierung von Prostitution ist vom Parlament mit dem j\u00fcngsten Gesetz\n gebrochen worden. Im Unterschied zum Prostitutionsgesetz von 2002, das \nvor allem als Schaufenstergesetz konzipiert war und fortan als \nFeigenblatt beibehalten wird, wird die zuk\u00fcnftig erfolgende \ngewerberechtliche Reglementierung mit der Einstufung von \nProstitutionsst\u00e4tten als \u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige Gewerbe\u201c nach \u00a7 38 \nGewerbeordnung eine au\u00dferordentlich praktische (negative) Wirkung \nentfalten: Die Ausweitung beh\u00f6rdlicher und polizeilicher \nKontrollbefugnisse wird sich als Mittel einer politisch gewollten \nmaximalen Eind\u00e4mmung von Prostitution erweisen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher auch die unverkennbar tiefe Genugtuung bei Prostitutionsgegnern\n jeglicher Couleur angesichts der Einschr\u00e4nkung, die die Berufsaus\u00fcbung \nvon Sexarbeiter\/innen in der Prostitution mit dem neuen Gesetz erfahren \nwird.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entgegen der offiziellen Sprachregelung einer mit dem Gesetz \ngeschaffenen \u201egewerberechtlichen Gleichstellung\u201c von Prostitution \nhandelt es sich in Wirklichkeit um eine <strong>gewerberechtlich kaschierte Fortsetzung und Ausweitung der Diskriminierung von Sexarbeit in der Prostitution.<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr diese Sichtweise sprechen nachfolgend benannte sieben Punkte:<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(1)<\/strong><br><strong>Keine durch Tatsachen sachlich ausgewiesene Gesetzesbegr\u00fcndung:<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die mit dem Gesetz erfolgende Einstufung von Prostitutionsst\u00e4tten\n als \u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige Gewerbe\u201c gibt es keine Begr\u00fcndung in der \nSache. In der Gesetzesbegr\u00fcndung zur Ausweitung nunmehr gewerberechtlich\n exekutierter Kontroll- und \u00dcberwachungsbefugnisse hei\u00dft es lediglich: \n\u201eDer Betrieb von Prostitutionsst\u00e4tten ist aus kriminalpolitischer Sicht \nsensibel. Zur Vorbeugung krimineller Begleiterscheinungen wie \nMenschenhandel, Zwangsprostitution und sexuelle Ausbeutung ist eine \npr\u00e4ventive Zuverl\u00e4ssigkeitspr\u00fcfung des Gewerbetreibenden sinnvoll.\u201c \n(Drucksache 17\/13706, S. 9)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von real gestiegenen \u201ekriminellen Begleiterscheinungen\u201c der \nProstitution, die eine solche Versch\u00e4rfung des Umgangs mit Prostitution \nrechtfertigen w\u00fcrden, kann aber  nicht die Rede sein. Denn ausweislich \nder polizeilichen Kriminalstatistik sinkt die so genannte \n\u201eBegleitkriminalit\u00e4t\u201c seit Jahren. Im Jahr 2002, als das damalige \nProstitutionsgesetz  in Kraft trat, wies die polizeiliche Statistik 776 \nmutma\u00dfliche Opfer der \u201eAusbeutung von Prostitution\u201c (\u00a7 180a StGB) auf. \nZehn Jahre sp\u00e4ter, im Jahr 2012, waren es nur noch 58 mutma\u00dfliche Opfer!\n Im Jahre 2002 wies die polizeiliche Kriminalstatistik 793 mutma\u00dfliche \nOpfer des Delikts \u201eZuh\u00e4lterei\u201c (\u00a7 181a StGB) auf. Im Jahre 2012 waren es\n nur noch 267 mutma\u00dfliche Opfer bei diesem Straftatbestand. Im Jahre \n2002 wurden 988 mutma\u00dfliche Opfer des Delikts \u201eMenschenhandel\u201c gez\u00e4hlt. \n2012 waren es nur noch 642 mutma\u00dfliche Opfer von \u201eMenschenhandel zum \nZwecke sexueller Ausbeutung\u201c. Im Jahr 2011 wurde nur eine einzige Person\n als T\u00e4ter im Falle von \u201eAusbeutung von Prostituierten\u201c verurteilt, nur \n32 T\u00e4ter im Falle von \u201eZuh\u00e4lterei\u201c und 117 T\u00e4ter im Falle von \n\u201eMenschenhandel\u201c.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die tats\u00e4chliche Ausweitung, die die nach wie vor massiven und \numfangreichen Razzien und Routinekontrollen im Prostitutionsgewerbe \naufweisen, sowie die Versch\u00e4rfung der Menschenhandelsgesetzgebung \n(zuletzt 2005) widersprechen der Annahme, dass eine unzureichende \n\u00dcberwachung und zu laxe Strafgesetze Ursache des R\u00fcckgangs der \nKriminalit\u00e4tsentwicklung seien k\u00f6nnte.<br>Wenn nunmehr trotz dieser \nr\u00fcckl\u00e4ufigen Kriminalit\u00e4tsentwicklung der rechtliche Umgang mit \nProstitution durch eine Ausweitung von Kontrolle und \u00dcberwachung \nversch\u00e4rft wird, so liegen dem nachweislich keine sachlich begr\u00fcndeten \nErw\u00e4gungen, sondern das blo\u00dfe Interesse der Prostitutionsgegnerschaft in\n Verbindung mit Migrationsabwehr zugrunde.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Vorwand \u201ePr\u00e4vention\u201c lassen sich \u2013 wie hier zu sehen \u2013 \ns\u00e4mtliche B\u00fcrgerrechte trefflich aushebeln, nicht nur in der \nProstitution. In der Tat ein Armutszeugnis, dass sich die offenen und \nverkappten Bef\u00fcrworter des neuen Anti-Prostitutionsgesetzes damit selbst\n ausstellen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(2)<\/strong><br><strong>Gewerberechtliche Ungleichbehandlung \ndurch \u201eZuverl\u00e4ssigkeitspr\u00fcfung\u201c in Kombination mit diskriminierenden \nstrafrechtlichen Sonderbestimmungen zu Prostitution<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aufnahme von Prostitutionsst\u00e4tten in den Katalog \n\u201e\u00fcberwachungspflichtiger Gewerbe nach \u00a7 38 Absatz 1 GewO hat \u201eeine \nautomatische \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit des Gewerbetreibenden \nunverz\u00fcglich nach Erstattung der Gewerbeanmeldung oder Gewerbeummeldung\u201c\n zur Folge. Anders als bei der gro\u00dfen Masse \u201eanzeigepflichtiger Gewerbe\u201c\n (nach \u00a7 14 GewO), wo diese \u201eZuverl\u00e4ssigkeitspr\u00fcfung\u201c nicht vorgesehen \nist, handelt es sich hierbei um einen Generalverdacht. Seit 2002 hat der\n Bund-L\u00e4nder-Ausschuss Gewerberecht f\u00fcr Prostitutionsbetriebe den Status\n als \u201eanzeigepflichtiges Gewerbe\u201c empfohlen. Was nunmehr den \nGeneralverdacht des \u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftigen Gewerbes\u201c begr\u00fcnden soll, \nbleibt im Dunkeln.<br>Die Einstufung als \u00fcberwachungspflichtiges Gewerbe\n entspricht nicht nur einem sachlich unbegr\u00fcndeten Generalverdacht, \nsondern impliziert dar\u00fcber hinaus eine<br>handfeste rechtliche \nUngleichbehandlung des Prostitutionsgewerbes gegen\u00fcber anderen \nGewerbezweigen. Denn im Unterschied zu anderen Gewerben unterliegt das \nProstitutionsgewerbe zus\u00e4tzlich einer umfangreichen, speziell auf \nProstitution zielenden straf- und ordnungsrechtlichen Reglementierung. \nDazu geh\u00f6ren:<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) \u00a7 180a StGB Ausbeutung von Prostituierten<br>(2) \u00a7 181a StGB Zuh\u00e4lterei + \u00a7181b F\u00fchrungsaufsicht ( bezogen auf \u00a7 181a)<br>(3) \u00a7 184e StGB Aus\u00fcbung der verbotenen Prostitution<br>(4) \u00a7 184f StGB Jugendgef\u00e4hrdende Prostitution<br>(5) \u00a7 232 StGB Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung<br>(6) \u00a7 233a StGB F\u00f6rderung des Menschenhandels (bezogen auf \u00a7 232)<br>(7) Art. 297 EGStGB Verbot der Prostitution \/ Sperrgebietsverordnungen<br>(8) \u00a7 119 \/ \u00a7120 OWiG Grob anst\u00f6\u00dfige und bel\u00e4stigende Handlungen; Verbotene Aus\u00fcbung der Prostitution; Werbung f\u00fcr Prostitution<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einbeziehung von Personen in entsprechende strafrechtliche \nErmittlungsverfahren wird sich leicht instrumentalisieren lassen, um \nPersonen im Prostitutionsgewerbe die erforderliche Zuverl\u00e4ssigkeit \nabzusprechen. Gegen\u00fcber anderen Gewerben liegt damit eine glasklare \nUngleichbehandlung vor. Von einer gewerberechtlichen Gleichstellung von \nProstitutionsst\u00e4tten mit anderen Gewerbebetrieben kann mithin keine Rede\n sein.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(3)<\/strong><br><strong>Quantitative und qualitative Ausweitung beh\u00f6rdlicher Kontroll- und \u00dcberwachungsbefugnisse durch \u201eAuskunft und Nachschau\u201c:<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Einstufung als \u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftiges Gewerbe nach \u00a7 38 \nGewO geht einher, dass \u201eden zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden\u2026  zur \u00dcberwachung des \nBetriebs zudem die Auskunfts- und Nachschaurechte des \u00a7 29 GewO zur \nVerf\u00fcgung\u201c stehen.<br>Die \u201ezust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden\u201c bzw. deren \n\u201eBeauftragte\u201c sind ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss befugt, \njederzeitige, anlasslose \u201ePr\u00fcfungen und Besichtigungen\u201c vorzunehmen. Es \nist zu erwarten, dass die Kontrollpraxis gegen\u00fcber dem \nProstitutionsgewerbe noch mehr ausgeweitet wird, als dies bisher schon \nder Fall ist. Jenseits der ohnehin \u00fcblichen Gro\u00dfrazzien im \nProstitutionsgewerbe werden dort gegenw\u00e4rtig bei rund 11.500 so \ngenannten \u201eRoutinekontrollen\u201c pro Jahr ca. 44.000 Personen \u00fcberpr\u00fcft. \nDie zu erwartende Ausweitung dieser Praxis bedeutet eine qualitative \nSteigerung hinsichtlich der \u00dcberwachung des Sexualverhaltens erwachsener\n Menschen. Denn auch die Kunden der Sexarbeiter\/innen werden dieser \n\u00dcberwachungspraxis unterworfen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcberwachung von Gewerbebetrieben auf die Einhaltung der f\u00fcr sie \ng\u00fcltigen Rechtsvorschriften obliegt in Berlin bereits einem gro\u00dfen Teil \ndem Gewerbeau\u00dfendienst der Kriminalpolizei (GAD). Es ist das erkl\u00e4rte \nZiel des BKA sowie der Innenminister der L\u00e4nder, dass \u201eAuskunft und \nNachschau\u201c im Falle des Prostitutionsgewerbes \u2013 anders als bei sonstigen\n Gewerben \u2013 als polizeiliche Aufgabe definiert wird. Dies w\u00fcrde den \nTrend hin zu zeitgleichen, \u00fcberfallartigen und  bundesland\u00fcbergreifenden\n Polizeirazzien weiter bef\u00f6rdern.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hinweis in der Gesetzesbegr\u00fcndung: \u201eDer Betrieb von Prostitutionsst\u00e4tten ist aus kriminalpolitischer Sicht sensibel\u201c (S. 9), hier ginge es um die gewerbepolizeiliche \u201eVorbeugung krimineller Begleiterscheinungen\n wie Menschenhandel, Zwangsprostitution und sexuelle Ausbeutung\u201c \n(Drucksache 17\/13706, S. 9) ist mehr als nur die \u00fcbliche Stigmatisierung\n des Prostitutionsgewerbes als grunds\u00e4tzlich behaftet mit der so \ngenannten \u201eBegleitkriminalit\u00e4t\u201c. Diese Aussagen weisen in die Richtung, \nim Unterschied zu andern Gewerbearten die Polizei mit der \ngewerberechtlichen \u00dcberwachung zu betrauen. Darauf deutet auch die \nVerquickung der strafrechtlichen Problematik einer Bek\u00e4mpfung des so genannten \u201eMenschenhandels\u201c mit Fragen der gewerberechtlichen\n Reglementierung von Prostitution hin. Hier erfolgt in unzul\u00e4ssiger \nWeise ein \u00fcberwachungsstaatlich motivierter Missbrauch des Gewerberechts\n f\u00fcr Ziele, die mit dieser Rechtsmaterie nichts zu tun haben und ihr \nfremd sind.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(4)<\/strong><br><strong>Nahezu totale Kontrolle des \nProstitutionsgewerbes durch einen unzureichend klar bestimmten und \n\u00fcberdehnten Begriff \u201eProstitutionsst\u00e4tte\u201c<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Gesetzesbegr\u00fcndung hei\u00dft es: \u201eAls Prostitutionsst\u00e4tte sind \ndabei insbesondere Bordelle, Laufh\u00e4user, bordellartige Betriebe und \nandere Betriebe mit Bezug auf gewerbsm\u00e4\u00dfige sexuelle Dienstleistungen \nanzusehen, die nach au\u00dfen als Prostitutionsst\u00e4tten erkennbar sind und \nals solche wahrgenommen werden. Rein private R\u00e4umlichkeiten fallen somit\n nicht darunter, weil sie einer wirtschaftsordnungsrechtlichen \n\u00dcberpr\u00fcfung nicht zug\u00e4nglich sind. Dies gilt auch f\u00fcr die Anmietung \neiner Wohnung zum Zweck der Aus\u00fcbung der gewerbsm\u00e4\u00dfigen Prostitution.\u201c \n(Drucksache 17\/13706, S. 9)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem subjektiven Kriterium, dass Prostitutionsst\u00e4tten \u201eBetriebe \nmit Bezug auf sexuelle Dienstleistungen\u201c sind, die auch \u201eals solche \nwahrgenommen werden\u201c, f\u00e4llt jedes von zwei oder drei Frauen angemietete \nWohnungsbordell, dass im Internet inseriert, unter die Kategorie der \ngewerberechtlichen \u00dcberwachungsbed\u00fcrftigkeit samt \n\u201eZuverl\u00e4ssigkeitspr\u00fcfung\u201c (F\u00fchrungszeugnis) und Einhaltung von Auflagen.\n Der Charakter \u201erein privater R\u00e4umlichkeiten\u201c, die nicht unter die \ngewerberechtliche \u00dcberwachung fallen, d\u00fcrfte nur f\u00fcr den Spezialfall \ngelten, dass eine Frau in ihrer eigenen Wohnung der Prostitution \nnachgeht. Sobald sie mit anderen Frauen zusammenarbeitet, die in der \nWohnung der Prostitution nachgehen, dort aber nicht gemeldet sind und \ndort nicht tats\u00e4chlich wohnen, d\u00fcrfte der \u201erein private\u201c Charakter der \nR\u00e4umlichkeiten schnell in Abrede gestellt werden.<br>Die Ausweitung der \n\u00dcberwachung in Form von \u201eAuskunft und Nachschau\u201c d\u00fcrfte sich tendenziell\n auf alle R\u00e4umlichkeiten erstrecken, in denen mehr als zwei Frauen der \nProstitution nachgehen. Genau das war im \u00dcbrigen auch die Zielvorgabe \nder Innenministerkonferenz von 2010.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(5)<\/strong><br><strong>Schutz der Gesellschaft vor Prostitution mit \u201eAuflagen\u201c und mittels unbestimmter Rechtsbegriffe<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Grundlage des neuen Anti-Prostitutionsgesetzes erfolgt per \ngewerberechtlicher Reglementierung eine Ausweitung diskriminierender \nSonderbestimmungen gegen\u00fcber Prostitution. Wieder einmal soll die \nGesellschaft vor \u201eBel\u00e4stigungen\u201c durch Prostitution gesch\u00fctzt werden \u2013 \nso die stigmatisierende Botschaft. So hei\u00dft es im Gesetzentwurf: \n\u201eDar\u00fcber hinaus kann der Gewerbebetrieb von Auflagen zum Schutz der \nAllgemeinheit, der Kunden, der Prostituierten oder der Bewohner des \nBetriebsgrundst\u00fccks oder der Nachbargrundst\u00fccke vor Gefahren, \nerheblichen Nachteilen oder erheblichen Bel\u00e4stigungen abh\u00e4ngig gemacht \nwerden.\u201c (S. 1)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lokalen Gewerbebeh\u00f6rden wird mit diesen in der Tradition und Logik \nklassischer Sperrgebietsverordnungen stehender Zielvorgaben ein weites \nBet\u00e4tigungsfeld hinsichtlich der Eind\u00e4mmung von Prostitution einger\u00e4umt.\n Man darf sicher sein, dass die \u201ezust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden\u201c diesen ihnen \nzugestandenen Spielraum gewohnt phantasievoll aussch\u00f6pfen werden. Der \nWeg w\u00e4re frei f\u00fcr eine bundesweite Kondompflicht zum Schutz der Kunden \noder der Prostituierten \u2013 je nach Lesart.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(6)<\/strong><br><strong>Weg frei f\u00fcr eine beh\u00f6rdliche Registrierung und ein st\u00e4ndig aktualisiertes Bewegungsprofil von Sexarbeiter\/innen<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sind Prostitutionsst\u00e4tten als \u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige Gewerbe\u201c nach \u00a7\n 38 Absatz 1 GewO eingestuft, so gilt f\u00fcr sie auch der Absatz 3 dieses \nParagrafen: \u201eDie Landesregierungen k\u00f6nnen durch Rechtsverordnung f\u00fcr die\n in Absatz 1 genannten Gewerbezweige bestimmen, in welcher Weise die \nGewerbetreibenden ihre B\u00fccher zu f\u00fchren und dabei Daten \u00fcber einzelne \nGesch\u00e4ftszweige, Gesch\u00e4ftspartner, Kunden und betroffene Dritte \naufzuzeichnen haben.\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist die beh\u00f6rdliche Registrierung der in \n\u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftigen Prostitutionsst\u00e4tten\u201c t\u00e4tigen Sexarbeiter\/innen\n vorprogrammiert. Da eine solche Registrierung in jeder der nunmehr als \n\u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftig\u201c klassifizierten Prostitutionsst\u00e4tten erfolgt, \nergibt sich auf Grundlage der Auswertung der dabei anfallenden Daten ein\n komplettes Bewegungsprofil und damit die M\u00f6glichkeit einer \nTotal\u00fcberwachung der Berufst\u00e4tigkeit von Sexarbeiter\/innen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die versch\u00e4rfte \u00dcberwachung betrifft also nicht nur Betreiber\/innen \nvon Prostitutionsst\u00e4tten, sondern wird absehbar auch auf die \nSexarbeiter\/innen in G\u00e4nze durchschlagen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(7)<\/strong><br><strong>Noch weniger Rechtssicherheit f\u00fcr Sexarbeiter\/innen<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Tatsache, dass inhaltlich im Gesetz nicht n\u00e4her bestimmte \n\u201eAuflagen\u201c von \u201ezust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden\u201c definiert werden k\u00f6nnen, sowie \ndurch die Tatsache, dass die Landesregierungen durch Rechtsverordnungen \nfestlegen k\u00f6nnen, wie Gewerbetreibende zuk\u00fcnftig ihre B\u00fccher zu f\u00fchren \nund dabei Daten aufzuzeichnen haben, m\u00fcssen die sich durch Mobilit\u00e4t \nauszeichnenden Sexarbeiter\/innen auf einen von Bundesland zu Bundesland \nunterschiedlichen Flickenteppich sie betreffender Bestimmungen \neinstellen. W\u00e4hrend der Kontrollrahmen im Zuge der gewerberechtlichen \nReglementierung bundesweit vereinheitlicht wird, werden sich die \nrechtlichen Bestimmungen, denen die Sexarbeiter\/innen sich zu \nunterwerfen haben, als un\u00fcberschaubares Gewirr unterschiedlichster \nAuflagen und Vorschriften erweisen. Die Rechtssicherheit, auf die auch \nSexarbeiter\/innen in der Prostitution Anspruch haben, wird auf der \nStrecke bleiben. Ein probates Mittel der Abschreckung, um den Einstieg \nin die Prostitution zu erschweren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zwischenbilanz<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut Gesetzestext soll die Einstufung von Prostitutionsst\u00e4tten als \n\u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige Gewerbe\u201c eine \u201eVerbesserung der \nRahmenbedingungen f\u00fcr in der Prostitution t\u00e4tige Personen\u201c zur Folge \nhaben.  (S. 1) Das ist blanker Hohn!<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass im \u00dcbrigen ausgerechnet mehr \u201e\u00dcberwachung\u201c das geeignete Mittel \nsein soll, die Rahmenbedingungen einer T\u00e4tigkeit zu verbessern (von \neiner Verbesserung der \u201aArbeitsbedingungen\u2018 ist bezeichnenderweise gar \nnicht mehr die Rede!), entspricht der Logik eines autorit\u00e4ren \n\u00dcberwachungsstaates. Nicht anders f\u00fchrt sich dieser Staat gegen\u00fcber dem \nProstitutionsgewerbe auf.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es h\u00e4tte der bundesrepublikanischen Gesellschaft gut zu Gesicht \ngestanden, in Zusammenarbeit mit Sexworker-Organisationen die \nGleichstellung von Prostitution und anderen Berufen beherzt in Angriff \nzu nehmen. Doch diese Gesellschaft und ihre politischen Repr\u00e4sentanten \nsind ganz offenkundig weder willens noch in der Lage, die dazu \nnotwendigen, auf der Hand liegenden und dem b\u00fcrgerlichen \nGleichheitsgedanken entsprechenden Schritte einzuleiten und zu \ngew\u00e4hrleisten:<br><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><br>\n<strong>Sittenwidrigkeit<\/strong>: Explizite und definitive Abschaffung  des Verdikts der Sittenwidrigkeit von Prostitution im BGB!<br>\n<\/li><li><br>\n<strong>Rechtliche Diskriminierung<\/strong>: Abschaffung aller auf Prostitution bezogenen diskriminierenden rechtlichen Sonderbestimmungen!<br>\n<\/li><li><br>\n<strong>Beh\u00f6rdliche Diskriminierung<\/strong>: Einstellung aller Formen diskriminierender beh\u00f6rdlicher Sonderbehandlung von Prostitution!<br>\n<\/li><li><br>\n<strong>Freiberuflichkeit<\/strong>:\n Anerkennung der Freiberuflichkeit selbst\u00e4ndig ausge\u00fcbter \nProstitutionst\u00e4tigkeit im Gewerbe-, Steuer- und Baurecht! Der \nZusammen-schluss freiberuflicher Sexarbeiter\/innen ist keine \ngewerberechtlich regulierte Prostitutionsst\u00e4tte!<br>\n<\/li><li><br>\n<strong>Gewerberechtliche Anzeigepflicht<\/strong>: Anerkennung von Prostitutionsst\u00e4tten als anzeigepflichtige Gewerbe\u201c nach \u00a7 14 Gewerbeordnung!<br>\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg einer konsequenten Legalisierung von Prostitution, der nach \nden deprimierenden Erfahrungen mit dem in vieler Hinsicht untauglichen \nProstitutionsgesetz von 2002 h\u00e4tte eingeschlagen werden m\u00fcssen, ist mit \ndem jetzt verabschiedeten Anti-Prostitutionsgesetz \u2013 zur Freude aller \nProstitutionsgegner \u2013 f\u00fcrs Erste verbaut.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Feigheit steht den politischen Repr\u00e4sentanten s\u00e4mtlicher \netablierter Parteien auf die Stirn geschrieben. Die patriachale \nb\u00fcrgerliche Gesellschaft und ihre politischen Parteien erweisen sich \nau\u00dferstande, die in der Prostitution praktizierte Trennung von \nSexualit\u00e4t und Liebe als legitimen Ausdruck sexueller Selbstbestimmung \nzu respektieren.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stattdessen bel\u00fcgen und betr\u00fcgen sie sich und andere mit der \nvermeintlichen Notwendigkeit immer weiter gehender rechtlicher \nVersch\u00e4rfungen gegen\u00fcber Prostitution. Demn\u00e4chst werden Regelungen zur \nBestrafung von Freiern bei leichtfertiger Inanspruchnahme der Dienste so\n genannter \u201eZwangsprostituierter\u201c aus der Tasche gezogen: \u201eEin fertiger \nGesetzentwurf liegt in der Schublade.\u201c (MdB Ute Granold (CDU\/CSU), 243. \nSitzung Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, 6.6.2013, S. 30796) Wobei \n\u201eZwang\u201c v\u00f6llig abweichend von dem definiert wird, wie die Betroffenen \nselbst es sehen. Denn jedes Einverst\u00e4ndnis der Betroffenen zu Umst\u00e4nden \nihrer Migration oder ihrer Arbeitsaufnahme gilt grunds\u00e4tzlich als \n\u201eunerheblich\u201c.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Ideologie des \u201eMenschenhandels\u201c: Die Instrumentalisierung von \u201eOpferschutz\u201c gegen Prostitution<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verabschiedung des \u201eGesetzes zur Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels \nund \u00dcberwachung von Prostitutionsst\u00e4tten\u201c nimmt die Aufforderung zur \nUmsetzung der EU-Richtlinie 2011\/36\/EU vom 5. April 2011 als Anlass und \nVorwand f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung der bundesdeutschen Prostitutionspolitik. \nDas passt. Denn die Richtlinie selbst ist unverkennbar eine \nAnti-Prostitutions- sowie eine Anti-Migrations-Richtlinie:<br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\n Mit der Ausdehnung des Begriffs<strong> \u201eMenschenhandel\u201c<\/strong> wird eine umfassende Kriminalisierung zuk\u00fcnftiger Armutsmigration vorweggenommen.<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\n<strong>\u201eAusbeutung\u201c<\/strong> in diesem Kontext umfasst \u201emindestens \ndie Ausnutzung der Prostitution anderer\u201c, sodass tendenziell der \nProstitutionskunde, der die Prostitution anderer ausnutzt, ein \nkrimineller Ausbeuter ist.<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nDer<strong> \u201eNachfrage\u201c<\/strong>, die \u201ejegliche Form von Ausbeutung \nbeg\u00fcnstigt\u201c, ist \u201eentgegenzuwirken\u201c. Das ist eine von schwedischen \nVerh\u00e4ltnissen inspirierte, kaum verklausulierte Aufforderung zur \nstaatlichen Eind\u00e4mmung von Prostitution.<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nSchlie\u00dflich soll die Strafverfolgung bei Menschenhandel zuk\u00fcnftig \nnicht mehr von einer Anzeige oder der Anklage des Opfers abh\u00e4ngig sein \nund Strafverfahren auch dann gef\u00fchrt werden, wenn ein Opfer seine <strong>Aussage<\/strong> widerrufen hat. Damit wird die Linie, dass die Aussage der zu Opfern deklarierten Frauen <strong>unerheblich<\/strong> ist, konsequent fortgef\u00fchrt.<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur einer \u00d6ffentlichkeit, die den Inhalt von EU-Vorgaben ohnehin \nnicht mehr zur Kenntnis nimmt,  geschweige denn sich kritisch damit \nbefasst, kann diese Politik von interessierter Seite als \u201eOpferschutz\u201c \nverkauft werden.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Jahrzehnten dient die von Medien und Politikern gepflegte <strong>\u201eOpferschutz\u201c-Rhetorik<\/strong>\n nicht etwa dazu, tats\u00e4chliche Opfer von Zwang und Gewalt z. B. durch \nein uneingeschr\u00e4nktes Bleiberecht zu sch\u00fctzen, sondern sie wird \ninstrumentalisiert, um legitime Rechte von Sexarbeiter\/innen \u2013 die als \nBeg\u00fcnstigung von \u201eMenschenhandel\u201c denunziert werden \u2013 in die Schranken \nzu weisen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer dem tats\u00e4chlichen Ausma\u00df und der tats\u00e4chlichen Problematik \nv\u00f6llig unangemessenen Weise wird \u201eOpferschutz\u201c und die Bek\u00e4mpfung des so\n genannten \u201eMenschenhandels\u201c immer dann in den Vordergrund der \n\u00f6ffentlichen Debatte ger\u00fcckt, wenn im Hintergrund wieder einmal die \nRechte von Sexarbeiter\/innen beschnitten und das System der \nDiskriminierung von Prostitution modernisiert und erweitert werden soll.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man sollte \u2013 auch wenn es nicht ins eigene Weltbild passt \u2013 \nvielleicht mal zur Kenntnis nehmen, dass \u201eausweislich des \nBundeslagebildes Menschenhandel 2011 des BKA \u2026 (nur) 51 der 640 \npolizeilich registrierten Opfer von Menschenhandel zum Zwecke der \nsexuellen Ausbeutung Drittstaatsangeh\u00f6rige (waren), die sich illegal in \nDeutschland aufhielten.\u201c (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine \nAnfrage des Abgeordneten Volker Beck und der Fraktion B\u00fcndnis 90 \/Die \nGr\u00fcnen, 22. Febr. 2013, S. 11)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur f\u00fcr diese absolut marginale Gruppe von Menschen h\u00e4tte die \nForderung nach einem uneingeschr\u00e4nkten Bleiberecht m\u00f6glicherweise \nBedeutung. Aber deren (vorenthaltene) Rechte werden in den Vordergrund \ngespielt und l\u00f6sen Emp\u00f6rung aus, w\u00e4hrend der gleichzeitige Angriff auf \ndie rechtlichen Belange von 200.000 Sexarbeiter\/innen in der \nProstitution interessiert in den Hintergrund gespielt und als Petitesse \nbehandelt wird. Wem dient das wohl?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die ganz gro\u00dfe \u00fcberparteiliche Koalition gegen Prostitution<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer jenseits der aktuellen Regierungsparteien CDU\/CSU und FDP einen \nBlick auf die \u201eOppositions\u201c-Parteien wirft, wird jeglicher Illusion \nberaubt, hier w\u00e4ren Politiker mit Sinn f\u00fcr die Rechte von \nSexarbeiter\/innen am Werk. Die in der SPD organisierten Sozialdemokraten\n w\u00fcrden es \u2013 wenn sie nur k\u00f6nnten \u2013 noch sch\u00e4rfer treiben als die  \nCDU\/FDP. Das beweist nicht zuletzt der SPD-Gesetzentwurf zu \nProstitutionsst\u00e4tten in Bremen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss dem ansonsten stets uns\u00e4glich argumentierenden \nProstitutionsgegner MdB Hans-Peter Uhl (CDU\/CSU) ausnahmsweise \nzustimmen, wenn er der SPD \u201eeine Reglementierungswut ohne Ende\u201c \nattestiert. \u201eKeinem CSU-Politiker w\u00fcrde man so etwas zutrauen\u201c, so Uhl \nmit Blick auf die Bremer SPD. Das sehen wir freilich anders. Aber \nzutreffend ist: Die SPD ist l\u00e4ngst \u201ean der Spitze der Bewegung der \nReglementierung\u201c. (243. Sitzung Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, \n6.6.2013, S. 30800)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders besch\u00e4mend aber ist die Rolle der Partei <strong>\u201aB\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen\u2018.<\/strong><br>\u00dcber\n Jahre hinweg hat sie \u2013 stets sehr unbestimmt \u2013 von einer \n\u201egewerberechtlichen Regulierung\u201c, von einer \u201egewerberechtlichen \nAnerkennung\u201c der Prostitution gesprochen. Viele Fachberatungsstellen, \ndie Prostituierte betreuen, haben es nachgeplappert. Nun l\u00e4sst B\u00fcndnis \n90 \/ Die Gr\u00fcnen die Katze aus dem Sack: \u201eGewerberechtliche Anerkennung\u201c \nbedeutet f\u00fcr sie die Einstufung von Prostitutionsst\u00e4tten als \n\u201e\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige Gewerbe\u201c gem\u00e4\u00df \u00a7 38 GewO mit all den daraus sich\n ergebenden diskriminierenden Konsequenzen!<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00fcne Bundestagsfraktion hat mit Datum vom 21. Juni 2013 einen \n\u00c4nderungsantrag (Ausschussdrucksache 17(6)285) zum \nCDU\/CSU\/FDP-Gesetzesantrag vorgelegt, der sich darauf beschr\u00e4nkt, unter \nsehr restriktiv formulierten Voraussetzungen Opfern von Menschenhandel \nein Aufenthaltsrecht \u201eunabh\u00e4ngig von der m\u00f6glichen Beteiligung in einem \nStrafverfahren\u201c zuzubilligen.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kernpunkt der Angelegenheit: Die \u00c4nderung soll lediglich als \u201eArtikel\n 4\u201c den bisherigen drei Gesetzes-Artikeln des CDU\/FDP-Entwurfs \nhinzugef\u00fcgt werden. Mit anderen Worten: Dem gesamten \nAnti-Prostitutionsgesetz der Bundesregierung wird damit seitens B\u00fcndnis \n90\/Die Gr\u00fcnen widerspruchslos zugestimmt, wenn es nur um einen weiteren \nOpferschutz-Passus erg\u00e4nzt wird.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Deutlicher konnte die Partei B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen nicht \nzum Ausdruck bringen, dass ihr die elementaren Rechte von \nSexarbeiter\/innen nicht mehr bedeuten als eine blo\u00df taktische \nVerhandlungsmasse im Deal mit der politischen Konkurrenz.<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer \u2013 wie B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen \u2013 sein Einverst\u00e4ndnis signalisiert, <br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nProstitution grunds\u00e4tzlich als mit \u201eBegleitkriminalit\u00e4t\u201c behaftete Gewerbeform zu stigmatisieren;<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\ndas Prostitutionsgewerbe mit Generalverdacht zu belegen und sie \nversch\u00e4rfter beh\u00f6rdlich-polizeilicher Kontrolle und \u00dcberwachung zu \nunterwerfen;<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\ndurch Akzeptanz der hergebrachten und diskriminierenden \nstrafrechtlichen Sonderbestimmungen gegen Prostitution nunmehr eine \ngewerberechtliche Ungleichbehandlung der Betreiber\/innen von \nProstitutionsst\u00e4tten gegen\u00fcber anderen Gewerben billigend in Kauf zu \nnehmen;<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nmit inhaltlich undefinierten Auflagen und l\u00e4nderspezifischen \nRechtsverordnungen die Rechtsunsicherheit von Sexarbeiter\/innen in der \nProstitution noch mehr zu erweitern;<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\nPraktiken der Registrierung von Sexarbeiter\/innen, ihr Zwangsouting \nund die Offenlegung ihres beruflichen Bewegungsprofils hinzunehmen,<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">der hat jedes Recht verwirkt, den \u201eSchutz von \nProstituierten\u201c als Legitimation f\u00fcr sein politisches Handeln in \nAnspruch zu nehmen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn es handelt sich um nichts anderes als eine gewerberechtliche \nFestschreibung der Diskriminierung eines Berufszweigs, dem eine \nrechtliche Gleichstellung systematisch verweigert wird. Mit gr\u00fcnem \nEinverst\u00e4ndnis sollen Sexarbeiter\/innen in der Prostitution weiterhin \neine dem\u00fctigende Existenz als rechtlos gestellte B\u00fcrger\/innen zweiter \nKlasse fristen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geh\u00f6rt zum \u201eEnde der Heuchelei\u201c, dass die Vertreter von B\u00fcndnis 90\n \/ Die Gr\u00fcnen damit klar machen, auf welcher Seite sie stehen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die am 27. Juni 2013 von B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen in die \nBundestagdebatte eingebrachten zus\u00e4tzlichen Antr\u00e4ge zur \n\u201eGenehmigungspflicht von Prostitutionsst\u00e4tten\u201c sowie zur \n\u201eFreier-Bestrafung\u201c hat diese Partei auf Kosten der Sexarbeiter\/innen \nden Wettbewerb um die sch\u00e4rfsten Anti-Prostitutions-Regelungen \npopulistisch befeuert und auf den letzten Metern versucht, die \nCDU\/CSU\/FDP-Regelungen noch rechts zu \u00fcberholen.<br>Es ist damit zu \nrechnen, dass das von CDU\/CSU und FDP beschlossene Gesetz entweder \u00fcber \nden Bundesrat oder \u00fcber eine zuk\u00fcnftige schwarz-gr\u00fcne Bundesregierung in\n diesem Sinne nachgebessert werden wird. Denn die Genehmigungspflicht \nist eine origin\u00e4re Forderung des Bundeskriminalamts (BKA), die \nFreier-Bestrafung eine origin\u00e4re Forderung von CDU\/CSU. Die Verlierer \nw\u00e4ren allemal die Frauen in der Prostitution. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausblick<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht schwer zu prognostizieren: Auch mit dem jetzigen \nAnti-Prostitutionsgesetz werden nicht mehr Opfer von \u201eMenschenhandel\u201c \nidentifiziert. Aber Prostitutionsst\u00e4tten werden in die Knie gezwungen \nund geschlossen, Prostitution wird einged\u00e4mmt werden. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur die jetzige Bundesregierung, sondern s\u00e4mtliche Parteien, \ndie sich an der Mitwirkung und an der Debatte um das jetzt \nverabschiedete Anti-Prostitutionsgesetz die H\u00e4nde schmutzig gemacht \nhaben, werden sich die Sexarbeiter\/innen \u00fcber kurz oder lang zu ihren \nGegner\/innen machen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein starkes Argument mehr f\u00fcr eine selbst\u00e4ndige, parteipolitisch \nunabh\u00e4ngige und k\u00e4mpferische  Organisation von Sexarbeiter\/innen \nhierzulande. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Do\u00f1a Carmen e.V. wird den Prozess der Organisierung der \nSexarbeiter\/innen auch weiterhin unterst\u00fctzen, um das beschlossene \nAnti-Prostitutionsgesetz samt allen sonstigen, die Prostitution \ndiskriminierenden Rechtsbestimmungen zu Fall zu bringen.<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle:<a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/erklarung-von-dona-carmen-e-v-aus-anlass-der-verabschiedung-des-gesetzes-zur-bekampfung-des-menschenhandels-und-uberwachung-von-prostitutionsstatten\/#more-408\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\n \nhttps:\/\/www.donacarmen.de\/erklarung-von-dona-carmen-e-v-aus-anlass-der-verabschiedung-des-gesetzes-zur-bekampfung-des-menschenhandels-und-uberwachung-von-prostitutionsstatten\/#more-408<\/a><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags  <\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/offener-brief-an-die-abgeordneten-des-deutschen-bundestags\/\">30. Mai 2016<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/author\/admin\/\">Do\u00f1a Carmen<\/a><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr geehrte Damen und Herren, <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">am 2. Juni 2016 findet im Deutschen Bundestag die erste Lesung des so genannten \u201eProstituiertenschutzgesetzes\u201c statt. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Organisation, die seit nahezu zwei Jahrzehnten mit Frauen in der \nProstitution, darunter viele Prostitutionsmigrantinnen, zu tun hat, \nnehmen wir diese Gelegenheit zum Anlass, uns direkt an Sie zu wenden. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie haben als gew\u00e4hltes Mitglied des \nBundestags die M\u00f6glichkeit, Ihr Missfallen gegen den von der \nBundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zu bekunden und ihm die \nZustimmung zu verweigern. Darin m\u00f6chten wir Sie best\u00e4rken. Wir m\u00f6chten \nSie an Ihre Verantwortung erinnern \u2013 wohl wissend, dass \nSexarbeiter\/innen eine gesellschaftliche Minderheit sind, deren \nSchicksal Sie pers\u00f6nlich nicht unbedingt interessieren muss. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch da der Umgang mit Minderheiten \u2013 wie Ihnen bekannt sein d\u00fcrfte \u2013\n schon immer ein untr\u00fcglicher Gradmesser f\u00fcr das faktische Gelten von \nFreiheitsrechten ist, sollte es Ihnen nicht gleichg\u00fcltig sein, was das \nvon der Gro\u00dfen Koalition geplante \u201eProstituiertenschutzgesetz\u201c mit den \nBetroffenen macht. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der von der CDU\/CSU\/SPD-Bundesregierung vorgelegte \u201eEntwurf eines \nGesetzes zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von \nin der Prostitution t\u00e4tigen Personen\u201c (Drucksache 18\/8556 vom \n25.05.2016) unterstellt in fragw\u00fcrdiger Weise als <strong>Leitbild<\/strong>\n eine nur in Ausnahmef\u00e4llen selbstbestimmt handelnde Sexarbeiterin. \nSexarbeit gilt in ihrer Mehrheit als fremdbestimmt. Vor diesem \nHintergrund soll <strong>die Schaffung zahlloser Kontrollanl\u00e4sse,<\/strong> wie es der Gesetzentwurf vorsieht, als \u201eSchutz\u201c der Betroffenen und als Gew\u00e4hr f\u00fcr ein selbstbestimmtes Handeln erscheinen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundannahme einer weitgehend fremdbestimmt t\u00e4tigen Sexarbeiterin\n ist aber durch keine sozialwissenschaftliche, empirisch fundierte \nStudie gest\u00fctzt. Es handelt sich daher um eine wohlfeile Unterstellung \nmit dem Ziel, eine Politik zu legitimieren, die <strong>eine gesamte Berufsgruppe unter Ausnahmerecht<\/strong> stellt. Und davon macht der vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung reichlich Gebrauch. <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das in K\u00fcrze zur Abstimmung stehende <strong>\u201eProstituiertenschutzgesetz\u201c<\/strong><br><br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\n\u2013 beinhaltet eine<strong> 50-fache rechtliche Ungleichbehandlung<\/strong>\n von Prostitution im Vergleich zu anderen selbst\u00e4ndig ausge\u00fcbten \nGewerben (vgl. \nhttps:\/\/www.donacarmen.de\/wp-content\/uploads\/Rechtliche-Ungleichbehandlung-des-Prostitutionsgewerbes.pdf);<br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 basiert auf <strong>kalkuliertem Rechtsbruch<\/strong>\n zum Zwecke der Eind\u00e4mmung von Prostitution. Beispielhaft sei an dieser \nStelle nur darauf verwiesen, dass die geplante Meldepflicht f\u00fcr \nSexarbeiter\/innen gegen Art. 8 Abs. 4 der EU-Richtlinie 95\/46\/EG \nverst\u00f6\u00dft, die EU-Mitgliedstaaten die Verarbeitung personenbezogener \nDaten u.a. zum Sexualleben untersagt. Verwiesen sei des Weiteren darauf,\n dass die Pflicht zum pers\u00f6nlichen Erscheinen im Zuge der geplanten \nAnmeldung bzw. Verl\u00e4ngerung der Anmeldung zur Sexarbeit gegen Art. 8 \nAbs. 1 der Europ\u00e4ischen Dienstleistungsrichtlinie verst\u00f6\u00dft \n(elektronische Abwicklung der Aufnahme oder die Aus\u00fcbung einer \nDienstleistungst\u00e4tigkeit).<br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 zwingt Sexarbeiter\/innen knapp<strong> 40 Verpflichtungen<\/strong>\n auf, deren Einhaltung die grundrechtlich gew\u00e4hrte Berufsfreiheit zur \nKarikatur werden l\u00e4sst und die Betroffenen in die Illegalit\u00e4t dr\u00e4ngen \nwird (vgl. \nhttps:\/\/www.donacarmen.de\/wp-content\/uploads\/Pflichten-von-SexarbeiterInnen-und-BordellbetreiberInnen.pdf);<br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 etabliert mit jeder dieser Verpflichtungen entsprechende<strong> Kontroll- und Sanktionsanl\u00e4sse,<\/strong> bestens geeignet, die Betroffenen nach Bedarf beh\u00f6rdlichen <strong>Schikanen<\/strong>\n auszusetzen; hinzu kommen etliche Betreiber-Pflichten, da bereits jede \nab zwei Sexarbeiter\/innen genutzte Wohnung als betreibergef\u00fchrter \nGewerbebetrieb eingestuft wird;<br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 unterwirft Sexarbeiter\/innen fortan <strong>auf Schritt und Tritt<\/strong> einer von Staat und Bordellbetreiber\/innen ausge\u00fcbten <strong>\u00dcberwachung;<\/strong><br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 ebnet einer auf Denunziation gegr\u00fcndeten <strong>Verdachtskultur<\/strong>\n den Weg, wenn Wohnungen zwecks Kontrolle vermuteter \nProstitutionsaus\u00fcbung von Polizei- und Ordnungsbeh\u00f6rden jederzeit \nanlasslos betreten werden k\u00f6nnen.<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf nationalem Ma\u00dfstab wird damit ein polizeilich betreutes Anbieten \nsexueller Dienstleistungen zur Norm. Wie zu Zeiten des deutschen \nKaiserreichs! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist dieser Umgang mit Sexualit\u00e4t m\u00fcndiger erwachsener B\u00fcrger \ndas, was Ihnen als Mitglied des Deutschen Bundestags als Vision einer \nzuk\u00fcnftigen Gesellschaft vorschwebt?<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vorliegende Gesetzentwurf der Gro\u00dfen Koalition ebnet den Weg f\u00fcr eine gesundheitliche <strong>Zwangsberatung<\/strong>, f\u00fcr eine beh\u00f6rdliche <strong>Zwangsregistrierung<\/strong> betroffener Frauen wie zuletzt 1939 unter den Nazis, f\u00fcr ein <strong>Zwangsouting<\/strong> der Betroffenen, f\u00fcr eine erniedrigende, in das Intimleben erwachsener Menschen eingreifende <strong>Zwangskondomisierung.<\/strong> Wann hat es je einen solch vielf\u00e4ltigen, staatlich geschaffenen Zwang in der Prostitution gegeben? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seien Sie versichert: <strong>S\u00e4mtliche Organisationen der \nSexarbeiter\/innen und s\u00e4mtliche Organisationen, die auf Erfahrungen im \nUmgang mit Sexarbeiter\/innen verweisen k\u00f6nnen, lehnen den vorgelegten \nGesetzentwurf entschieden ab.<\/strong> Denn es steht ihm auf die Stirn \ngeschrieben: Es ist nichts weiter als ein Anti-Prostitutions-Gesetz. Sie\n werden nicht eine einzige Sexarbeiter\/in finden, die diesem repressiven\n Gesetzeswerk etwas abgewinnen kann. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glauben Sie als Bundestagsabgeordnete\/r also nicht alles, was man \nIhnen \u00fcber das \u201eProstituiertenschutzgesetz\u201c erz\u00e4hlt! Auch wenn \nParteikolleg(inn)en den \u201eSchutz der Prostituierten\u201c ansprechen: \nMisstrauen Sie dem! Denn es ist nichts anderes als eine Vorspiegelung \nfalscher Tatsachen. <strong>Der vorliegende Gesetzentwurf soll \nmitnichten Prostituierte vor Zwang und Gewalt, er soll vielmehr die \nGesellschaft vor Prostitution sch\u00fctzen.<\/strong> Mit ihm wird wieder Moral zur Richtschnur von Recht und Gesetz. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie k\u00f6nnen Sie diesen R\u00fcckfall in l\u00e4ngst vergangen geglaubte \nZeiten mit ihren politischen Grund\u00fcberzeugungen und ihrem Gewissen \nvereinbaren? Wie soll ein Gesetz, das darauf abzielt, den Lebensentwurf \nbestimmter Bev\u00f6lkerungskreise f\u00fcr allgemein verbindlich zu erkl\u00e4ren, zu \neiner pluralistisch verfassten Gesellschaft passen?<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prostitution bildet \u201enicht selten das Milieu f\u00fcr erhebliche \nStraftaten (Menschenhandel, Rauschgifthandel, Waffen- und \nFalschgelddelikte usw.), die mit einem hohen Organisationsgrad begangen \nwerden. Aus Ermittlungssicht kommt erschwerend hinzu, dass dieser \nBereich zunehmend von ausl\u00e4ndischen T\u00e4tergruppierungen dominiert wird \n(Sprach- und Kulturbarrieren). Der Staat darf vor diesem Bereich nicht \nl\u00e4nger die Augen verschlie\u00dfen. Es ist menschenverachtend, wenn wir so \ntun, als ob alles in Ordnung ist, weil in der Theorie alles geregelt \nist.\u201c <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Macht es Sie nicht nachdenklich, dass diese hier zitierte<strong> Passage aus dem Entwurf des Parteiprogramms der \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c (AfD)<\/strong>\n allenthalben auswechselbar ist und sich in nahezu gleichlautender \nFormulierung in s\u00e4mtlichen entsprechenden Statements von CDU\/CSU, von \nSPD und GR\u00dcNEN findet? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wie dort wird verschwiegen, dass einschl\u00e4gige <strong>Delikte in diesem Bereich seit Langem r\u00fcckl\u00e4ufig<\/strong>\n sind. Die erst vor wenigen Tagen ver\u00f6ffentlichte \u201ePolizeiliche \nKriminalstatistik 2015\u201c best\u00e4tigt einen imposanten R\u00fcckgang hinsichtlich\n aller Kennziffern bei so genannten \u201eRotlicht-Delikten\u201c. Bei \n\u201eMenschenhandel\u201c (\u00a7 232 StGB) dokumentiert die offizielle Statistik f\u00fcr \nden Zeitraum 2000 \u2013 2015 eine Halbierung s\u00e4mtlicher einschl\u00e4giger \nKennziffern (F\u00e4lle, mutma\u00dfliche Opfer, Tatverd\u00e4chtige). Das Verh\u00e4ltnis \n\u201eTatverd\u00e4chtige im Verh\u00e4ltnis zu mutma\u00dflichen Opfern\u201c liegt seit \nJahrzehnten bei etwas \u00fcber 1: 1, sodass hier die Rede von \u201eorganisierter\n Kriminalit\u00e4t\u201c bzw. \u201eausl\u00e4ndischen T\u00e4tergruppierungen\u201c (AfD) ein<strong> bewusst verzerrtes Bild der Realit\u00e4t<\/strong> liefert. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch eindeutiger sind die <strong>Verh\u00e4ltnisse in der EU<\/strong>. \nLaut j\u00fcngstem EUROSTAT-Bericht vom 19. April 2016 gibt es in der EU \nbezogen auf die mehr als 500 Millionen Einwohner in den beiden letzten \nJahren jeweils 7.923 mutma\u00dfliche (noch nicht einmal gerichtlich \nbest\u00e4tigte) Opfer. Ein klarer R\u00fcckgang gegen\u00fcber den vorhergehenden \nJahren! Mit einer Rate zwischen<strong> 0,3<\/strong> und <strong>0,2 Verurteilungen pro 100.000 Einwohner<\/strong> erweist sich der so genannte \u201eMenschenhandel\u201c als eine der seltensten Kriminalit\u00e4tsarten \u2013 ganz<strong> im Gegensatz zur schrillen Anti-Menschenhandels-Hysterie der offiziellen EU-Politik<\/strong> sowie abolitionistischer Hass-Predigerinnen, die meinen, an ihrem Lebensentwurf m\u00fcsse die Welt genesen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diesen unbestreitbaren Fakten zum Trotz pl\u00e4dieren die \nFraktionsspitzen der Regierungsparteien CDU\/CSU und SPD f\u00fcr eine \n\u201eErlaubnisplicht f\u00fcr Prostitutionsgewerbe\u201c und f\u00fcr jederzeitige, \nverdachtsunabh\u00e4ngige und anlasslose Kontrollen. Sie haben sich damit \neine fixe Idee des BKA aus dem Jahre 1993 zu Eigen gemacht! Sie haben \nsich mit dem Segen der Kirchen von oberen Polizeibeh\u00f6rden und \nInnenministerien einwickeln lassen und sich ein <strong>lupenreines Polizeigesetz<\/strong> in die Feder diktieren lassen. Was f\u00fcr ein Armutszeugnis! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst Aussch\u00fcsse des Bundesrats sowie der Deutsche Juristinnenbund \n(djb) halten die Luft an und attestieren u.a. dem \u00a7 11 ProstSchG \n(\u201eAnordnungen gegen\u00fcber Prostituierten\u201c), in seiner jetzigen Form mit \nder Verfassung nicht vereinbar zu sein. Gleiches d\u00fcrfte auch f\u00fcr andere \nGesetzes-Paragrafen gelten. Denn \u00a7 11 ProstSchG steht nur \nstellvertretend f\u00fcr den durch und durch repressiven Geist, der den \nvorliegenden Gesetzentwurf in G\u00e4nze auszeichnet. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es um Prostitution geht, schw\u00e4rmen Politiker\/innen aller \nParteien geradezu verz\u00fcckt vom Ideal der Selbstbestimmung. Wohlan! <strong>Wenn\n Ihnen dieser Grundsatz als Bundestagsabgeordnete\/r wirklich am Herzen \nliegt, z\u00f6gern Sie keinen Augenblick und gehen Sie mit gutem Beispiel \nvoran!<\/strong> Es hei\u00dft, Sie h\u00e4tten sich gemeinhin dem Fraktionszwang zu beugen und m\u00fcssten Ihre pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugungen dem unterordnen. <strong>Haben\n Sie jetzt den Mut und verweigern Sie sich einer Fremdbestimmung durch \ndie in jeder Hinsicht unangemessenen Festlegungen Ihrer Fraktionsspitze!\n Zeigen Sie, dass Sie es mit der Selbstbestimmung wirklich ernst meinen!<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn Sie Ihre pers\u00f6nliche Wertsch\u00e4tzung, ihr politisches \nWohlergehen und ihre materiellen Versorgungsanspr\u00fcche als \nBundestagsabgeordnete\/r in hohem Ma\u00dfe der Unterordnung unter den \nFraktionszwang Ihrer Partei verdanken: Widerstehen Sie an diesem Punkt \nder Versuchung einer Fremdbestimmung! Entscheiden Sie autonom! Leben Sie\n vor, was man Sexarbeiter\/innen predigt! <strong>Stimmen Sie mit \u201aNein\u2018, wenn es darum geht, hierzulande 200.000 Frauen einem repressiven Kontroll-Gesetz zu unterwerfen!<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade migrantischen Sexarbeiter\/innen wird gerne nachgesagt, sie \nseien leichtgl\u00e4ubig, fallen auf allerlei T\u00e4uschungen herein und folgen \nunbesehen den Verlockungen des leicht verdienten Geldes. Dem m\u00fcsse man \nentgegentreten. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gehen Sie als Bundestagsabgeordnete\/r auch hier mit gutem Beispiel voran!<\/strong><br>Vertrauen\n Sie nicht leichtgl\u00e4ubig der allzu durchsichtigen medialen Inszenierung \nvon Deutschland als dem \u201eBordell Europas\u201c. Misstrauen Sie den \nHorror-Szenarien einer massenhaften Flutung des Prostitutionsgewerbes \ndurch fremdgesteuerte Armutsmigratinnen! Billigen Sie auch ausl\u00e4ndischen\n Frauen die Bef\u00e4higung zu rationalen Entscheidungen zu! Fallen Sie nicht\n herein auf die Legende, Frauen in der Prostitution seien nichts als \n\u201ehilflose Opfer\u201c, au\u00dferstande im Falle von Zw\u00e4ngen sich selbst zu \nhelfen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Stimmen Sie also mit \u201aNein\u2018, wenn man Ihnen unter \nVorspiegelung falscher Tatsachen die Zustimmung zu einem Gesetz \nabn\u00f6tigt, das unter dem Strich einer gesellschaftlichen \u00c4chtung von \nProstitution gleichkommt!<\/strong><br>Oder k\u00f6nnen Sie es als \nBundestagsabgeordnete\/r mit Ihrem Gewissen vereinbaren, dass \nSexarbeiter\/innen hierzulande zu Tausenden per Gesetz in die Illegalit\u00e4t\n gezwungen und damit de facto f\u00fcr vogelfrei erkl\u00e4rt werden? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Und bedenken Sie bitte: Die \u00c4chtung der Prostitution ist \nerfahrungsgem\u00e4\u00df nur der Einstieg in einen erneuten repressiven Umgang \nmit Sexualit\u00e4t auch jenseits von Prostitution. Finden Sie das \nw\u00fcnschenswert? Ist das Ihr Ideal einer zuk\u00fcnftigen, freien Gesellschaft?<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Do\u00f1a Carmen e.V. hat anl\u00e4sslich des Inkrafttretens des rot-gr\u00fcnen \nProstitutions-gesetzes im Jahre 2002 erkl\u00e4rt, es handele sich dabei um \nein \u201eSchaufenstergesetz\u201c, das die realen Probleme des \nProstitutionsgewerbes nicht l\u00f6se. Wir haben mit unserer damaligen \nEinsch\u00e4tzung Recht behalten. Aber h\u00f6ren wollte das selbstverst\u00e4ndlich \nniemand. Heute, vierzehn Jahre sp\u00e4ter, f\u00e4llt unsere Bewertung des \nvorliegenden Entwurfs f\u00fcr ein \u201eProstituiertenschutzgesetz\u201c nicht minder \ndesastr\u00f6s aus. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Das jetzt \nvorliegende Polizeigesetz zu Prostitution werden sich die Betroffenen \nnicht bieten lassen! Bitte bedenken Sie das! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir appellieren an Sie als Bundestagsabgeordnete\/r, die nicht\n nur von unserer Seite, sondern auch von vielen anderen \ngesellschaftlichen Organisationen vorgetragene Kritik ernst zu nehmen.<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb: <br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><br>\n\u2013 Geben Sie den Sexarbeiter\/innen Rechte, statt Beh\u00f6rden und Polizei immer mehr Kontrollrechte!<br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 Treten Sie gemeinsam mit den Betroffenen f\u00fcr die rechtliche Gleichbehandlung von Prostitution mit anderen Gewerben ein!<br>\n<\/li><li><br>\n\u2013 Tragen Sie mit dazu bei, dass diskriminierendes Ausnahmerecht und \ndas nach wie vor bestehende Sonderstrafrecht gegen Prostitution endlich \nder Vergangenheit angeh\u00f6rt!<br>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kurzum: Verweigern Sie dem so genannten \u201eProstituiertenschutzgesetz\u201c in G\u00e4nze Ihre Zustimmung!<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juanita Henning<br>Sprecherin Do\u00f1a Carmen e.V.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/offener-brief-an-die-abgeordneten-des-deutschen-bundestags\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.donacarmen.de\/offener-brief-an-die-abgeordneten-des-deutschen-bundestags\/<\/a><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">**************************************************************************************<br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Prostituiertenschutzgesetz tr\u00e4gt Handschrift der Polizei <\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/prostituiertenschutzgesetz-traegt-handschrift-der-polizei\/\">17. M\u00e4rz 2018<\/a> von Do\u00f1a Carmen e.V.<br> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br>liebe Freunde, <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">unsere Organisation \u2013 der Verein Do\u00f1a Carmen e.V. \u2013 tritt ein f\u00fcr die\n sozialen und politischen Rechte von Frauen in der Prostitution. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es d\u00fcrfte kaum einen anderen Wirtschaftszweig in diesem Land geben, \nder in so hohem Ma\u00dfe polizeilich \u00fcberwacht wird, wie das \nProstitutionsgewerbe. Ich sage das, weil wir seit dem Jahr 2000 die \npolizeiliche \u00dcberwachung dieses Gewerbes in Form von Razzien \ndokumentieren. Das Ergebnis: <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den vergangenen 18 Jahren wurden im Zuge von 351 Gro\u00dfrazzien in \n1.058 Gemeinden mehr als 9.500 Bordelle und Wohnungen durchsucht. 77.000\n eingesetzte Ermittler kontrollierten vor Ort etwa 55.000 Personen, in \nder Regel Sexarbeiter\/innen. Das ist schon stattlich. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man sollte wissen, dass bei jeder 9. Razzia Spezialkr\u00e4fte der Polizei\n zum Einsatz kommen: BGS bzw. Bundespolizei, Mobile Einsatzkommandos \n(MEK), Sondereinsatzkommandos (SEK) sowie in Einzelf\u00e4llen sogar die \nSpezialtruppe GSG 9. Das zeigt, dass Rotlicht-Razzien immer auch \n\u00dcbungseins\u00e4tze f\u00fcr paramilit\u00e4rische Verb\u00e4nde sind. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Razzien im Prostitutionsgewerbe sind nur die ber\u00fchmte \u201eSpitze des\n Eisbergs\u201c. St\u00e4ndige \u201aregul\u00e4re\u2019 Routinekontrollen der Polizei sind dabei\n noch gar nicht ber\u00fccksichtigt. Durch sie werden nach unseren \nBerechnungen pro Jahr rund 40.000 Frauen kontrolliert. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Enth\u00fcllungen von Wikileaks haben ergeben, dass die amerikanische \nRegierung sich vom Frankfurter Polizeipr\u00e4sidenten detailliert \u00fcber \nUmfang und Ausma\u00df der Prostitutions\u00fcberwachung informieren l\u00e4sst. Das \nging aus einem 2011 von Wikileaks ver\u00f6ffentlichten Kabelbericht hervor. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Do\u00f1a Carmen nahm das zum Anlass, den damaligen Polizeipr\u00e4sidenten, \nDr. Achim Thiel, um Auskunft zu bitten, was es mit diesen Praktiken der \nVernetzung deutscher und amerikanischer Polizeibeh\u00f6rden hinsichtlich der\n Prostitutions\u00fcberwachung auf sich habe. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herr Thiel schrieb seinerzeit an Do\u00f1a Carmen: <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNach meiner Erinnerung trifft es zu, dass ich wohl zur besagten Zeit\n ein Gespr\u00e4ch mit Angeh\u00f6rigen von US-Polizeibeh\u00f6rden gef\u00fchrt habe, in \ndem es um die Erfahrungen der deutschen und der US-amerikanischen \nPolizei bei der Bek\u00e4mpfung der Rotlichtkriminalit\u00e4t ging. Dabei handelte\n es sich um einen \u00fcblichen Erfahrungsaustausch zur Pflege der \ninternationalen polizeilichen Zusammenarbeit.\u201c<br>(Schreiben von Dr. Thiel an Do\u00f1a Carmen, 22.11.2011) <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir halten sowohl die \u00fcberdimensionierte, repressive \nPolizei\u00fcberwachung der Prostitution als auch den \u201e\u00fcblichen \nErfahrungsaustausch\u201c mit der US-amerikanischen Polizei f\u00fcr eine einzige \nZumutung. Aber all das ist Normalit\u00e4t. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es scheint den Herrschenden \u00fcberhaupt nicht zu passen, wenn man ihr \nHandeln dokumentiert. Das mussten wir im letzten Jahr erfahren. Die \nblo\u00dfe Tatsache, dass wir auf der Website von Do\u00f1a Carmen eine f\u00fcr  jeden\n einsehbare Statistik der Bordellrazzien f\u00fchren, war zum Beispiel dem \nFrankfurter Finanzamt ein Dorn im Auge und ein willkommener Vorwand f\u00fcr \nden Versuch, uns die Gemeinn\u00fctzigkeit zu entziehen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So schrieb die Finanzbeh\u00f6rde im August 2017 an das Hessische Finanzgericht (ich zitiere): <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer seit dem Jahr 2000 gef\u00fchrte Razzienspiegel und die regelm\u00e4\u00dfigen \nProteste gegen Razzien durch die Polizei \u2026 lassen nicht erkennen, dass \n(Do\u00f1a Carmen e.V.) ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Aufgaben der \nSicherheitsbeh\u00f6rden hat \u2026\u201c <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Zitat ende) <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine kritische Haltung gegen\u00fcber der Polizei gilt dem Finanzamt \noffenbar schon als hinreichender Grund, um einem Verein die \nGemeinn\u00fctzigkeit zu entziehen! Das ist bemerkenswert! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben uns von den Attacken dieser Beh\u00f6rde nicht beeindrucken \nlassen und dokumentieren auch weiterhin die polizeiliche \u00dcberwachung von\n Sexarbeiter\/innen. Wir wenden uns aber nicht nur gegen repressive \nKontrollaktivit\u00e4ten der Polizei vor Ort, sondern auch gegen den \nstrukturellen Einfluss der Polizei auf politische Entscheidungen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, regelt seit Juli 2017 \nhierzulande ein so genanntes \u201eProstituiertenschutzgesetz\u201c den Umgang mit\n Sexarbeit in der Prostitution. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zentrale Punkte des Gesetzes sind (1) eine medizinische \nZwangsberatung, (2) die Zwangsregistrierung der Frauen, (3) ein damit \nverbundenes Zwangsouting der Betroffenen, (4) die Einf\u00fchrung eines \nHurenpasses, den Sexarbeiter\/innen st\u00e4ndig mit sich f\u00fchren m\u00fcssen, sowie\n (5) weitgehende Betretungsrechte der Ordnungsbeh\u00f6rden in \nProstitutionsst\u00e4tten. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Betreten von Prostitutionsst\u00e4tten braucht man zuk\u00fcnftig \nkeinen Durchsuchungsbeschluss mehr. Da kann die Polizei jederzeit \nhereinspazieren. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu muss man wissen: Eine Prostitutionsst\u00e4tte liegt bereits dann \nvor, wenn nur zwei Frauen in einer Wohnung der Prostitution nachgehen. \nDas Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung nach Art. 13 GG ist \ndamit nicht nur f\u00fcr Sexarbeiter\/innen au\u00dfer Kraft gesetzt. Denn das \nBetretungsrecht gilt auch dann, wenn nur der Verdacht besteht, dass eine\n Frau in ihrer Wohnung m\u00f6glicherweise der Prostitution nachgeht. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kernelement des Prostituiertenschutzgesetzes, die \n\u201eErlaubnispflicht f\u00fcr Prostitutionsst\u00e4tten\u201c, erm\u00f6glicht zudem eine \numfassende Kontrolle der dort t\u00e4tigen Frauen. \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden \nk\u00f6nnen bei Bedarf ein nahezu l\u00fcckenloses Bewegungsprofil von Frauen in \nder Prostitution erstellen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das neue Prostituiertenschutzgesetz ist ein lupenreines Polizeigesetz! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So hat man einzelne Elemente des Gesetzes direkt von der Polizei \nausarbeiten lassen. Die Rolle von Politiker\/innen ersch\u00f6pfte sich darin,\n als ausf\u00fchrendes Organ der Polizei diesem Gesetz ein parlamentarisches \nM\u00e4ntelchen umzuh\u00e4ngen. Mit Verlaub, liebe Kolleginnen und Kollegen: Das \nsind Verh\u00e4ltnisse, die jedem Polizeistaat zur Ehre gereichen! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben nicht das geringste Problem, unseren Vorwurf detailliert zu belegen und k\u00f6nnen dabei Ross und Reiter nennen: <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) Die \u201eErlaubnispflicht f\u00fcr Prostitutionsgewerbe\u201c ist ein Konzept \ndes BKA aus dem Jahre 1993. Ulrich Sieber, seinerzeit Professor f\u00fcr \nStrafrecht an der Uni W\u00fcrzburg, entwickelte es in der vom BKA \nfinanzierten Auftragsstudie \u201eLogistik der Organisierten Kriminalit\u00e4t\u201c. \nErkl\u00e4rtes Ziel war die Einf\u00fchrung neuer Eingriffsbefugnisse des Staates \nwie etwa die Abkoppelung polizeilicher Ermittlungen vom Erfordernis \neines konkreten Tatverdachts. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(2) Die Meldepflicht f\u00fcr Sexarbeiter\/innen war eine Idee der \nPolizeidirektion Hannover, die 1999 eine komplette Gesetzesinitiative \nzur Prostitutionsreglementierung vorlegte. Kriminaloberrat Schnelker \ntrug sie 2001 bei einer Anh\u00f6rung im Bundesfamilienministerium vor. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(3) Die Gesundheitsberatung und die Sonderbehandlung von Frauen unter\n 21 Jahren sind leicht abgewandelte Vorschl\u00e4ge des Augsburger \nKriminalbeamten Helmut Sporer aus dem Jahre 2006. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(4) Die im Prostituiertenschutzgesetz verankerten weitgehenden \nBetretungsrechte der Polizei im Bereich Wohnungsprostitution gehen \nzur\u00fcck auf Vorschl\u00e4ge, f\u00fcr die sich Detlef Ubben vom LKA Hamburg stark \ngemacht hat. Das \u201eHamburger Abendblatt\u201c berichtete 2011 mit Verweis auf \nHerrn Ubben auf eine diesbez\u00fcgliche Gesetzesinitiative, die ma\u00dfgeblich \nin Hamburg entwickelt wurde. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das verdeutlicht: Das Prostituiertenschutzgesetz tr\u00e4gt von A bis Z die Handschrift der Polizei! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wundert es nat\u00fcrlich nicht, dass damit elementare Grundrechte f\u00fcr \nSexarbeiter\/innen au\u00dfer Kraft gesetzt werden: das Grundrecht auf \nBerufsfreiheit, das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, das\n Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung sowie der Grundrecht auf \nUnverletzlichkeit der Wohnung. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dagegen hat Do\u00f1a Carmen eine Verfassungsbeschwerde auf den Weg \ngebracht, die noch in diesem Jahr vom Bundesverfassungsgericht \nverhandelt wird. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eins ist klar: Gegen Polizeigewalt, gegen Entrechtung und \nDiskriminierung sollte man sich wehren \u2013 juristisch, politisch und mit \nAktionen wie dieser heute! <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielen Dank f\u00fcr Eure Aufmerksamkeit!<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.donacarmen.de\/prostituiertenschutzgesetz-traegt-handschrift-der-polizei\/#more-1992\" target=\"_blank\">https:\/\/www.donacarmen.de\/prostituiertenschutzgesetz-traegt-handschrift-der-polizei\/#more-1992<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Das Verbot von Prostitution &#8211; Zwischen Freiheit und Zwang (Teil 3)<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Revolution frisst ihre Kinder<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00f6ffentlicht am 04. November 2013 von <a href=\"http:\/\/www.feministisches-institut.de\/author\/grafe\/\">Wiegand Grafe<\/a> bei Feministisches Institut Hamburg<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was f\u00fcr ein machtvoller Gegenschlag. Neunzig Prominente und \neine Vielzahl von meist akademisch gebildeten ErstunterzeichnerInnen \nunterst\u00fctzen einen restaurativen Appell der Zeitschrift \u201eEmma\u201c gegen den\n Versuch von Sexarbeiterinnen an den Erfolgen der sexuellen Revolution \nteilzuhaben. Der Wortlaut und die Liste der Unterst\u00fctzerInnen ist unter <a href=\"http:\/\/www.emma.de\/hefte\/ausgaben-2013\/novemberdezember-2013\/appell-gegen-prostitution\/\">http:\/\/www.emma.de\/hefte\/ausgaben-2013\/novemberdezember-2013\/appell-gegen-prostitution\/<\/a><\/strong><strong> zu finden.<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Aufruf richtet sich gegen das 2002 in Kraft getretene \nProstitutionsgesetz, dass die rechtliche Stellung von sexuellen \nDienstleistungen regelt, um die Situation der SexarbeiterInnen zu \nverbessern. Damit wurde offensichtlich das Ma\u00df an Freiheit \n\u00fcberschritten, das einer Minderheit zugestanden werden kann, die sich \nnotorisch anders verh\u00e4lt als es die emanzipativen Vork\u00e4mpferInnen f\u00fcr \nrichtig halten. Dem muss mit Macht entgegengetreten werden. Die \nGewissheit mit diesem Appell auf der moralisch richtigen Seite zu \nstehen, hat offensichtlich dazu gef\u00fchrt, dass die Autorinnen nicht \neinmal ansatzweise versucht haben, mit ihrer Argumentation der komplexen\n Realit\u00e4t gerecht zu werden. Der Aufruf ist ein Muster der Demagogie, in\n dem allgemein bekannte Begriffe, gesellschaftskompatible Meinungen, \nnotwendige Forderungen und unhaltbaren Positionen so geschickt zu einem \nmoralischen Postulat verwoben werden, dass offensichtlich selbst \ngestandene WissenschaftlerInnen den \u00dcberblick verloren haben und sich \nnicht mehr fragen, was eigentlich Sklaverei und Menschenhandel mit der \njuristischen Akzeptanz von Sexarbeit zu tun haben. Wenn dann noch die \nBef\u00fcrworterInnen der aktuellen Gesetzgebung als LobbyistInnen der \nFrauenh\u00e4ndler und sogenannte \u201efreiwillige\u201c Prostituierte diffamiert \nwerden und der Drogen- und Waffenhandel zum Vergleich herangezogen wird,\n ist die sittliche Emp\u00f6rung so gro\u00df, dass man eigentlich nur noch \nunterschreiben kann. Dabei haben die AktivistInnen offensichtlich \nvergessen, dass die hohen Profitraten in den erw\u00e4hnten Gesch\u00e4ftsfeldern \nnur in der Illegalit\u00e4t erzielt werden und wir bald vom Gedanken der \nArbeitsteilung Abschied nehmen m\u00fcssten, wenn wir jeden Beruf \nkriminalisieren wollten, in dessen Umfeld Ausbeutung, Menschenverachtung\n und Verbrechen anzutreffen sind. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der UnterzeichnerInnen \nkeine Erfahrung mit Sexarbeit haben (weder als DienstleisterIn noch als \nKundIn) und sie ihr Wissen zu diesem Thema nur aus den aktuellen \nmedialen Erz\u00e4hlungen \u00fcber Prostitution beziehen, die mit der Realit\u00e4t \nmutma\u00dflich so viel zu tun haben, wie Arztromane mit der T\u00e4tigkeit im \nGesundheitswesen oder eine Tatort-Folge mit Polizeiarbeit. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem f\u00fchlen sie sich berufen mit ihrem Votum massive in das Leben\n anderer Menschen einzugreifen, ohne die Folgen absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. \nWenn sich ein Mensch aus Not entschlie\u00dft eine sexuelle Dienstleistung \nanzubieten, dann sollte jede Form von rechtsstaatlichem Schutz begr\u00fc\u00dft \nund nicht bek\u00e4mpft werden. War es eine freiwillige Entscheidung, ist \ndiese zu akzeptieren und nicht durch Rechtsunsicherheit zu hinterfragen.\n Wird ein Gesetz von Verbrechern missbraucht, dann ist der Missbrauch \nund nicht das Gesetz zu bek\u00e4mpfen. Wem schon diese einfachen \nZusammenh\u00e4nge zu un\u00fcbersichtlich geworden sind, der sollte sich nicht \nmehr in gesellschaftliche Entscheidungen einmischen, unabh\u00e4ngig davon \nwie gro\u00df sein \u201ePromifaktor\u201c, seine wissenschaftliche Reputation oder wie\n bedeutend sein politisches Amt ist. Da hilft es auch nichts, sich auf \nrevolution\u00e4re Errungenschaften zu berufen, selbst wenn diese ohne Frage \nbegr\u00fcndet sind. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1971 bekennen sich mutige Frauen im \u201estern\u201c, dass sie abgetrieben \nhaben. Sie legen damit das Fundament f\u00fcr eine Initiative, die unter dem \nSlogan \u201eMein Bauch geh\u00f6rt mir\u201c die Selbstbestimmung \u00fcber ihre K\u00f6rper \nzur\u00fcck fordert und beginnen eine langen Kampf f\u00fcr die Legalisierung von \nSchwangerschaftsabbr\u00fcchen. Die Aktivistinnen stellen sich einer emp\u00f6rten\n Mehrheit entgegen, die den Abbruch f\u00fcr ein Verbrechen h\u00e4lt, ihn als \n\u201eAbtreibung\u201c bezeichnet und von Mord am ungeborenen Leben spricht. Die \nmutigen Frauen und ihre Unterst\u00fctzerInnen wissen, dass sie mit ihrer \nForderung das Rechtsgut der Selbstbestimmung der Frau \u00fcber die religi\u00f6s \ngepr\u00e4gte Unversehrtheit des beginnenden Lebens stellen. Eines ihrer \nwichtigsten Nebenargumente f\u00fcr eine Legalisierung war es, dass ein \nSchwangerschaftsabbruch, der illegal durchgef\u00fchrt wird, die Gefahr f\u00fcr \ndas Leben und die Gesundheit der Frau erheblich vergr\u00f6\u00dfert, aber dass \ndie Not, in der sich Frauen f\u00fcr diesen Schritt entscheiden, durch kein \nVerbot kompensiert werden kann. Sie haben, gest\u00fctzt auf \nwissenschaftliche Erkenntnisse und in bester Tradition der Aufkl\u00e4rung, \ndie Diskussion aus der religi\u00f6sen Umklammerung befreit und erreicht, \ndass die Mehrheit der Gesellschaft eine erfolgreiche Befruchtung nicht \nmehr als beginnendes Leben \u00fcberh\u00f6ht. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2013 f\u00fchlt sich die vormalige Avantgarde der sexuellen Revolution \nberufen, den mutigen Frauen, die seit langer Zeit eine Legalisierung der\n Sexarbeit fordern, entgegenzutreten und f\u00fcr sich den Anspruch zu \nerheben, \u00fcber den K\u00f6rper von SexarbeiterInnen zu bestimmen. Hier lie\u00dfe \nsich die Parole \u201eDein K\u00f6rper geh\u00f6rt uns\u201c medienwirksam einsetzen. Die \njetzt als Kader der Emanzipation agierenden AktivistInnen machen sich \nzum Sprachrohr einer moralisierenden Mehrheit, die Sexarbeit f\u00fcr \nwidernat\u00fcrlich h\u00e4lt, sie als \u201eProstitution\u201c bezeichnet und sich \ngekauften Sex nur als Akt von Zwang und Gewalt vorstellen kann. Zusammen\n mit den Unterzeichnerinnen fordern sie die erneute Kriminalisierung von\n sexueller Dienstleistung, um ihre Vorstellung von Moral und \nGeschlechtergleichheit Geltung zu verschaffen. Sie wollen mit ihrem \nVorsto\u00df das Verbrechen des Menschenhandels eind\u00e4mmen und nehmen dabei \nbilligend in Kauf, dass die Entrechtung und die Gefahr f\u00fcr die \nDienstleisterInnen erheblich zunehmen, wenn Sexarbeit nur noch in der \nIllegalit\u00e4t praktiziert werden kann. Getragen von ihrer quasi-religi\u00f6sen\n Gewissheit versuchen sie die Mehrheit der Gesellschaft zu beeinflussen,\n um eine zukunftsweisende Gesetzgebung abzuschaffen, Sexarbeit wie \nfr\u00fcher zu verdammen und das sexuelle Proletariat in die Schranken zu \nweisen.<br>Die Revolution\u00e4rInnen sind nach ihrem Marsch durch die \nInstitutionen nunmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen, haben es\n sich bequem gemacht und richten von dort \u00fcber die Akzeptanz anderer \nLebensentw\u00fcrfe. Aus dieser Position heraus ist es unvorstellbar, dass \nsich jemand f\u00fcr einen Job in der sexuellen Dienstleistung entscheidet, \ndenn wer sich prostituieren will, kann doch JournalistIn, \nWissenschaftlerIn, SchauspielerIn oder PolitikerIn werden. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.feministisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DieRevolutionfrisst.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.feministisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/DieRevolutionfrisst.pdf<\/a><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>**************************************************************************************<\/em><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Sex, Geld und N\u00e4he, oder: Was haben Feministinnen eigentlich gegen die Prostitution?<\/strong><\/em> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ver\u00f6ffentlicht am 06. November 2013 von <a href=\"http:\/\/www.cuncti.net\/autoren\/93-lschoppe\">Lucas Schoppe<\/a> auf Cuncti.net, vorher auf mau tau<\/em> <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Er m\u00f6ge \u201e<\/strong><em>dieses Thema, das nicht zu den \nzentralsten Anliegen der M\u00e4nnerrechtsbewegung geh\u00f6rt, nicht \n\u00fcberstrapazieren, und auch wohlverdientes Alice-Schwarzer-Bashing ist \nauf Dauer nur begrenzt unterhaltsam<\/em><strong>.\u201c<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das schreibt <a href=\"http:\/\/genderama.blogspot.de\/2013\/11\/prostitutionsdebatte-jetzt-auch-appell.html\">Arne Hoffmann<\/a> auf <em>Genderama <\/em>zur Kritik an Schwarzers Appell, die Prostitution \u201eabzuschaffen\u201c. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist offensichtlich \u2013 die Forderung eines freien Zugangs zu \nProstituierten als zentrales Anliegen einer politischen Bewegung zu \nverankern, w\u00fcrde das <a href=\"http:\/\/genderama.blogspot.de\/2013\/10\/der-plotzliche-und-uberraschende.html\">Urteil <\/a>eines\n amerikanischen Journalisten best\u00e4tigen, die M\u00e4nnerrechtsbewegung habe \nbei weitem die schlechtesten politischen Instinkte aller \nB\u00fcrgerrechtsgruppen, denen er je begegnet sei (\u201e<em>the single worst political instincts of any civil rights groups I have ever encountered<\/em>\u201c). <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch ber\u00fchrt der Appell von Schwarzer und ihren Unterzeichnern \n(Senta Berger, Margot K\u00e4\u00dfmann, Wolfgang Niedecken und viele andere) \nThemen, die sehr wohl zentral f\u00fcr die M\u00e4nnerbewegung sind: die Frage \nnach der Bedeutung von Sexualit\u00e4t, die allgemeine Unterstellung an \nM\u00e4nner, gewaltt\u00e4tig zu sein \u2013 und die Tatsache, dass M\u00e4nner f\u00fcr Frauen \nbezahlen. Dabei lassen sich die kritischen Aspekte des Appells recht \nschnell erledigen. <br><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rot-gr\u00fcne Frauenh\u00e4ndler und der Zwang der Freiwilligkeit <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem <a href=\"http:\/\/www.aliceschwarzer.de\/publikationen\/blog\/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUid]=147&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][year]=2013&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][month]=10&amp;tx_t3blog_pi1[blogList][day]=28&amp;cHash=cd21d450f1\">Artikel<\/a> zum Thema bringt Schwarzer das Kunstst\u00fcck fertig, einerseits \u201e<em>mindestens<\/em>\u201c\n jeden zweiten Mann, aber eigentlich schlicht so viele M\u00e4nner wie nur \nm\u00f6glich als Freier von Prostituierten hinzustellen und andererseits \ndarauf zu bestehen, dass \u201e<em>eine Welt ohne Prostitution<\/em>\u201c denkbar sei. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist offenkundig utopisch \u2013 es geht nicht um die Abschaffung, \nsondern um das Verbot der Prostitution. Nat\u00fcrlich ist davon auszugehen, \ndass dadurch die Prostitution nicht verschwindet, sondern schlicht aus \nder Sichtbarkeit verdr\u00e4ngt wird. In Schweden, wo die Prostitution \nverboten ist und die Freier \u2013 nicht aber die Prostituierten \u2013 hart \nbestraft werden k\u00f6nnen, deuten einige Ergebnisse darauf hin, dass dies \ndie Situation f\u00fcr Prostituierte eher erschwert als verbessert. <br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Hinweise darauf, dass sich das Sicherheitsgef\u00fchl von \nFrauen in der Prostitution verschlechtert hat, sowie auf die \nVerschlechterung der Situation von Migrantinnen werden in Schweden \nzugunsten eines h\u00f6heren gesellschaftlichen Ziels ausgeblendet<\/em>\u201c, <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">schreibt dazu das deutsche <a href=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/doku\/Publikationen\/prostitutionsgesetz\/0502.html\">Familien- und Frauenministerium<\/a>. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Auch die Abschaffung der Sklaverei galt vor gar nicht so langer Zeit noch als Utopie<\/em>.\u201c\n In diesem Zitat aus dem Appell geraten Schwarzer und ihren \nUnterzeichnern offenbar moralische Verurteilung und sachliche Bewertung \ndurcheinander: Dass f\u00fcr sie \u2013 im Unterschied zu <a href=\"http:\/\/www.scharf-links.de\/51.0.html?&amp;tx_ttnews[cat]=26&amp;tx_ttnews[tt_news]=40032&amp;tx_ttnews[backPid]=29&amp;cHash=c77a4a74ab\">Prostituierten selbst<\/a>\n  \u2013 Prostitution moralisch mit der Sklaverei gleichzusetzen ist, \nbedeutet schlie\u00dflich noch nicht, dass sie tats\u00e4chlich ebenso abgeschafft\n werden kann. <br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Die Reform des Prostitutionsgesetzes 2002, die \nangeblich den gesch\u00e4tzt 700.000 Frauen (Mittelwert) in der Prostitution \nnutzen sollte, tr\u00e4gt die Handschrift der Frauenh\u00e4ndler und ihrer \nLobbyistInnen<\/em>.\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei S\u00e4tzen wie diesen sind Zweifel angebracht, ob Schwarzers \nUnterzeichner den Text vor ihrer Unterschrift eigentlich zumindest \noberfl\u00e4chlich gelesen hatten. Immerhin unterstellen sie hier ohne alle \nBelege der verantwortlichen rot-gr\u00fcnen Regierung, dass internationale \nFrauenh\u00e4ndler sie gekauft und sich damit die M\u00f6glichkeit verschafft \nh\u00e4tten, Gesetze nach ihrem Gutd\u00fcnken zu formulieren und durch das \nParlament zu bringen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Das System Prostitution degradiert Frauen zum k\u00e4uflichen Geschlecht<\/em>\n (\u2026).\u201c Das kann so nur jemand behaupten, der sexuellen Verkehr zwischen \nFrauen und M\u00e4nnern, ganz gleich welcher Art, als Inbesitznahme der Frau \ndurch den Mann versteht. Ganz im Einklang damit wird eine \u201e<em>Deregulierung von Frauenhandel und Prostitution<\/em>\u201c\n gefordert \u2013 als ob Frauenhandel, der weiterhin nat\u00fcrlich verboten ist, \ndurch die rot-gr\u00fcne Regierung \u201edereguliert\u201c worden sei. Die pauschale \nBewertung der Prostitution als Kauf der Frau durch den Mann erlaubt es \nnicht, Unterschiede zwischen freiwilliger Prostitution und \nZwangsprostitution wahrzunehmen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob so tats\u00e4chlich die Zwangsprostitution verhindert werden kann, ist fragw\u00fcrdig. <br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Meines Erachtens bek\u00e4mpft man Zwangsprostitution am \nBesten, indem man Prostitution legalisiert, weil dies den Schwarzmarkt \neind\u00e4mmen, Licht in das Dunkel verbrecherischer mafi\u00f6ser Strukturen \nwerfen und diesen die Gesch\u00e4ftsgrundlage entziehen w\u00fcrde<\/em>\u201c, <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">schreibt Adrian im Blog <a href=\"http:\/\/gaywest.wordpress.com\/2013\/10\/29\/prostitution-ist-ein-menschenrecht\/\">Gay West<\/a>. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn einger\u00e4umt wird, dass die Legalisierung der Prostitution \npolizeiliche Razzien in Bordellen erschwert hat und so auch die illegale\n Zwangsprostitution beg\u00fcnstigen k\u00f6nnte, l\u00e4sst sich dieses Problem \nkl\u00e4ren, ohne die Prostitution insgesamt wieder zu verbieten (dazu z.B. \ndie <em><a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/prostitution-motiviert-gegen-zuhaelter,1472596,24883022.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/em> in einem Text zu den Koalitionsverhandlungen). <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So schie\u00dft die Forderung nach einer \u201eAbschaffung\u201c der Prostitution in\n ihren Metaphern und Vergleichen \u2013 Schwarzer setzt in einem anderen <a href=\"http:\/\/www.aliceschwarzer.de\/publikationen\/blog\/?tx_t3blog_pi1[blogList][showUidPerma]=141&amp;cHash=cdb1dcbccd\">Text<\/a>\n gar Prostituierte mit sexuell missbrauchten Kindern gleich  \u2013 und auch \nin ihren Forderungen deutlich \u00fcber das sachlich Begr\u00fcndbare hinaus. Der \nBezug auf die Zwangsprostitution ist offenbar n\u00f6tig, weil sonst die \nForderung nach einem Verbot der Prostitution kaum begr\u00fcndbar w\u00e4re \u2013 \ngleichwohl geht es um die Prostitution insgesamt, nicht um den ohnehin \nschon illegalen Zwang. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was genau aber haben Schwarzer und ihre Unterzeichner eigentlich gegen die Prostitution? <br><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geld gegen N\u00e4he, oder: Warum man mit der patriarchalen Dividende nicht gut f\u00fcr Sex bezahlen kann <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage wird umso interessanter, als einige Aspekte der  Prostitution einer misandrischen Feministin doch eigentlich gut gefallen  m\u00fcssten. Der Mann zahlt hier f\u00fcr die N\u00e4he einer Frau \u2013 \u201eN\u00e4he\u201c nicht verstanden in einem emphatisch-sentimentalen Sinn als Begegnung der Seelen, aber doch als k\u00f6rperliche N\u00e4he. Aus einer m\u00e4nnerpolitischen  Perspektive ist dieser Aspekt der Prostitution eher abschreckend (und  f\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das \u00fcbrigens ein Grund, weshalb ich niemals zu  Prostituierten gegangen bin). <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt schlie\u00dflich keinen vern\u00fcnftigen Grund, weshalb die \nK\u00f6rperlichkeit, die N\u00e4he, die Aufmerksamkeit eines Mannes weniger wert \nsein sollten als die K\u00f6rperlichkeit, die N\u00e4he oder die Aufmerksamkeit \neiner Frau. Wenn ich die N\u00e4he zu einer Frau w\u00fcnsche und erleben kann, \ndann ist meine N\u00e4he zu ihr eine v\u00f6llig ausreichende Gegenleistung \u2013 ich \nsehe keinen Grund, weshalb ihr oder mir dar\u00fcber hinaus noch weitere \nKompensationsanspr\u00fcche entstehen sollten. Dass M\u00e4nner f\u00fcr die N\u00e4he von \nFrauen zu bezahlen haben, ist ein Aspekt der Prostitution, der sie f\u00fcr \nM\u00e4nner entw\u00fcrdigend machen kann \u2013 es ist, als ob eine Frau daf\u00fcr \nentsch\u00e4digt werden m\u00fcsste, dass sie die k\u00f6rperliche N\u00e4he eines Mannes \nertr\u00e4gt. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier allerdings passt sich die Prostitution offenkundig gut in \ntraditionelle Formen der Beziehungsanbahnung ein. Dass der Mann zun\u00e4chst\n einmal zu bezahlen, also beispielsweise bei einem Rendezvous die Frau \neinzuladen habe, ist eine tradierte Selbstverst\u00e4ndlichkeit, der auch \nheute noch viel Frauen und M\u00e4nner nachh\u00e4ngen. Erkl\u00e4rbar ist das leicht \nmit R\u00fcckgriff auf evolutionspsychologische Erw\u00e4gungen: Der Mann m\u00fcsse \ndemnach, um f\u00fcr eine Frau als Partner in Frage zu kommen, zun\u00e4chst \neinmal seine Bereitschaft und F\u00e4higkeit belegen, f\u00fcr die Frau \u2013 und \nm\u00f6gliche Nachkommen \u2013 zu sorgen und seine verf\u00fcgbaren Mittel nicht \nallein f\u00fcr sich selbst zu investieren. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute jedoch, da ja so klare Zuordnungen des Geschlechterverhaltens \nl\u00e4ngst an Funktionalit\u00e4t verloren haben, bekommt die Erwartung an den \nMann, f\u00fcr beide zu zahlen, einen anderen Charakter \u2013 zumindest wenn sie \n\u00fcber die rein spielerische Inszenierung traditioneller Rollen \nhinausgeht. Diese Erwartung suggeriert nun, dass N\u00e4he und Aufmerksamkeit\n des Mannes als Gegenst\u00fcck zur N\u00e4he und Aufmerksamkeit der Frau nicht \nausreichen k\u00f6nnen, sondern dass der Frau eine weitere Kompensation \nzust\u00fcnde. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum aber sind Strukturen, in denen der Mann implizit einen \ngeringeren Wert als die Frau hat und dies durch finanziellen Einsatz \nausgleichen muss, f\u00fcr misandrische Feministinnen nicht attraktiv? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das l\u00e4sst sich gut an einem Text erkl\u00e4ren, der zuf\u00e4llig fast zeitgleich mit Schwarzers Appell erschien und der hier <a href=\"http:\/\/www.man-tau.blogspot.de\/2013\/10\/frau-schrupp-hat-nichts-gegen-fremde.html\">schon Thema war<\/a>.\n Wenn Antje Schrupp erkl\u00e4rt, wodurch sie ein unfreundlicher Mensch \nwurde, und zur Begr\u00fcndung von einem Erlebnis als Vierzehnj\u00e4hige \nberichtet, dann greift sie damit eigentlich auf ein sehr traditionelles \nliterarisches Muster zur\u00fcck: auf das der Initiationsgeschichte. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie erlebt aber gleichsam eine pervertierte Initiation, nicht einen \nEintritt in die Welt, sondern einen in das \u201ePatriarchat&#8220;. Anders als bei\n klassischen Schriftstellerinnen wie etwa Jane Austen, die wieder und \nwieder \u201e<em><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Evelina\">a young lady\u2019s entrance into the world<\/a><\/em>\u201c\n gestalteten, sind bei Schrupp die Konsequenzen dieses Eintritts \nnegativ, nicht positiv. Sie gewinnt nicht dazu, indem sie sich der Welt \nund die Welt sich ihr \u00f6ffnet, sondern sie verliert etwas \u2013 als Frau und \njunges M\u00e4dchen sei sie eigentlich schon vollst\u00e4ndig, ruhend in sich \ngewesen, die patriarchale Gewalt habe sie aber gleichsam aus ihrem \nSchwerpunkt gerissen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Phantasie einer umfassenden m\u00e4nnlichen Herrschaft, die \u00fcbrigens\n deutlich narzisstische Z\u00fcge tr\u00e4gt, pr\u00e4gt auch Schwarzers Appell. Es ist\n f\u00fcr sie und ihre Unterschreiber uninteressant, mit Prostituierten \nselbst zu sprechen, so wie auch die Unterschiede der Lebensbedingungen \nvon Zwangsprostituierten oder Luxus-Callgirls, von Frauen auf dem \nDrogenstrich oder in der Gelegenheitsprostitution sie nichts anzugehen \nscheinen. M\u00e4nnliche Prostituierte oder weibliche Kundinnen haben im Bild\n erst recht nichts zu suchen und werden bestenfalls am Rande einmal \npflichtschuldig erw\u00e4hnt. Die Prostitution ist hier schlicht ein Anlass, \num noch einmal das alte Lied von der M\u00e4nnerherrschaft anzustimmen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eben diese Fiktion einer umfassenden patriarchalen Gewalt aber \nbegr\u00fcndet weibliche Kompensationsanspr\u00fcche an M\u00e4nner neu, die eigentlich\n schon l\u00e4ngst zu Gunsten einer gleichberechtigten Geschlechterbeziehung \nh\u00e4tten aufgegeben werden m\u00fcssen. Da Frauen in einer feministisch \ninspirierten Geschlechterpolitik rundweg als Gesch\u00e4digte einer diffus \nbleibenden, aber offenbar unersch\u00fctterlichen m\u00e4nnlichen Dominanz \ndargestellt werden, ist auch der Ausgleich, der ihnen demnach zustehe, \nprinzipiell unendlich gro\u00df. Es ist schlicht kein Punkt erkennbar, an dem\n \u201edas Patriarchat\u201c und seine Nutznie\u00dfer (prinzipiell alle M\u00e4nner) f\u00fcr \ndie S\u00fcnde ihrer Dominanz genug bezahlt h\u00e4tten. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eben deshalb aber erleben Feministinnen wie Schwarzer die \nProstitution wohl als Provokation. Auch hier m\u00fcssen M\u00e4nner Frauen daf\u00fcr \nfinanziell kompensieren, dass sie sich ihnen \u00fcberhaupt n\u00e4hern \u2013 hier \naber ist die Kompensation, so gro\u00df sie auch sein mag, prinzipiell \nbegrenzt und Ergebnis von Aushandlungsprozessen, an denen beide Seiten \nfreiwillig beteiligt sind. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher ist denn auch f\u00fcr Schwarzer und andere der Gedanke so \nunertr\u00e4glich, dass es Frauen gibt, die sich freiwillig prostituieren \u2013 \nsie sind dann n\u00e4mlich keine hilflosen Opfer m\u00e4nnlicher Dominanz, und \nwenn der Mann den vereinbarten Preis bezahlt hat, dann hat er auch genug\n geleistet und ist ihr dar\u00fcber hinaus nichts weiter schuldig. Eben das \nakzeptieren die Unterst\u00fctzer eines Prostitutionsverbots nicht \u2013 auch und\n gerade dann, wenn der Mann bezahlt hat, hat er nicht etwa seine \nSchuldigkeit getan, sondern muss nach ihren Vorstellungen dar\u00fcber hinaus\n daf\u00fcr bestraft werden, dass er sich als Nutznie\u00dfer der patriarchalen \nDividende eine Frau verf\u00fcgbar gemacht habe.  <br><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wer genau ist hier eigentlich pervers?  <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichwohl ist die Prostitution kein ganz normaler Beruf. W\u00fcrde eine \nSch\u00fclerin im Unterricht erz\u00e4hlen, dass ihr Berufswunsch \u201eProstituierte\u201c \nsei, dann w\u00fcrden Lehrer vermutlich eher irritiert reagieren, als ihr \netwa zuzuraten, dass sie dort gewiss viele interessante Leute kennen \nlernen w\u00fcrde o.\u00e4. Allerdings habe ich als Lehrer auch noch nie einen \nJungen erlebt, dessen Berufswunsch die Arbeit bei der M\u00fcllabfuhr oder im\n Stra\u00dfenbau gewesen w\u00e4re. Es ist selbstverst\u00e4ndlich, dass junge M\u00e4nner \ndiese und andere, m\u00f6glicherweise stark gesundheitsgef\u00e4hrdende Berufe \nnicht aus Neigung, sondern aus finanzieller Notwendigkeit ergreifen. \nWarum ist das so viel weniger skandal\u00f6s als die weibliche Prostitution? <br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Mit dem Verbot der Prostitution w\u00fcrde man zur absurden \nSituation gelangen, dass Sex legal ist, Geld verdienen legal ist, aber \ndie Verbindung zwischen beidem nicht<\/em>\u201c, <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">schreibt Adrian in seinem Text. Ganz normale allt\u00e4gliche \nAushandlungsprozesse werden offenbar illegitim, sobald Sexualit\u00e4t im \nSpiel ist, und allt\u00e4gliche Sexualit\u00e4t wird illegitim, sobald sie in \nAushandlungsprozesse eingebunden wird. Das ist nur mit einem sehr \nunplausiblen Bild von Sexualit\u00e4t erkl\u00e4rbar. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einerseits wird Sexualit\u00e4t hier offenbar weiterhin und gegen alle \nSexualaufkl\u00e4rung der vergangenen Jahrzehnte als etwas S\u00fcndhaftes und \nSchmutziges erlebt \u2013 als etwas, das auch normale gesch\u00e4ftliche \nBeziehungen beschmutzt, die in anderen Kontexten unzweifelhaft legal \nw\u00e4ren. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits kann Sexualit\u00e4t aus ihrer S\u00fcndhaftigkeit offenbar erl\u00f6st\n werden \u2013 wenn sie als etwas Reines, Unverdorbenes daherkommt, als \nv\u00f6llig freie Begegnung der Seelen. Diese Erl\u00f6sung aber wird ihr \nnat\u00fcrlich versagt, wenn sie in allt\u00e4gliche Aushandlungsprozesse \neingebunden und bezahlt wird. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Weise ist der Appell von einem krassen Schwarz-Wei\u00df-Bild \nder Sexualit\u00e4t gepr\u00e4gt, das zwischen Verdammung und Sakralisierung \nschwankt und dessen Seiten kaum miteinander vereinbar sind. Ein \npragmatischer, n\u00fcchterner Umgang der Geschlechter miteinander ist damit \nkaum m\u00f6glich. Dies ist umso gravierender, als der Appell beide Seiten \nder Sexualit\u00e4t ja sauber zwischen den Geschlechtern aufteilt \u2013 w\u00fcrde \nnicht der m\u00e4nnlichen Sexualit\u00e4t der schmutzige, der weiblichen aber der \nreine Teil zugewiesen, dann lie\u00dfe sich beispielsweise kaum erkl\u00e4ren, \nwarum denn die (m\u00e4nnlichen) Freier bestraft werden sollen, die \n(weiblichen) Prostituierten aber nicht. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwarzers Unterschreiber haben m\u00f6glicherweise subjektiv das Motiv, \nliebevollere, respektvollere Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu \nerm\u00f6glichen. Die Unterst\u00fctzung eines misandrisch begr\u00fcndeten \nProstitutionsverbots tr\u00e4gt dazu offenkundig nichts bei. Wesentlich \nsinnvoller w\u00e4re es zu akzeptieren, dass sich keines der Geschlechter an \ndas andere prinzipiell endlos verschuldet hat \u2013 und dass auch Liebe, \nN\u00e4he und Sexualit\u00e4t nat\u00fcrlich Gegenst\u00e4nde allt\u00e4glicher ziviler \nAushandlungsprozesse sein k\u00f6nnen, in denen Begriffe wie Fairness und \nAutonomie wesentlich wichtiger sind als Kontraste von S\u00fcnde und \nHeiligkeit. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines der grausamsten und destruktivsten deutschen Gesetze, die ich \nkenne, etabliert Bedingungen, in denen eine Mutter sich \u2013 nicht nur f\u00fcr \ndie Kinder, sondern vor allem f\u00fcr sich selbst \u2013 eben gerade dadurch den \nAnspruch auf umfangreiche Zahlungen durch den Vater erwirbt, dass sie \nV\u00e4ter und Kinder willk\u00fcrlich voneinander trennt und die v\u00e4terliche Sorge\n f\u00fcr die Kinder verhindert. Ich kenne viele V\u00e4ter und Kinder (mich und \nunser Kind eingeschlossen), die unter solchen Regelungen erheblich \nleiden. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch, dass er der Frau nahe gekommen ist und ein Kind mit ihr \ngezeugt hat, ist ein Mann offenbar in einer Weise kompensationspflichtig\n geworden, die alle herk\u00f6mmlichen Fairness-Erw\u00e4gungen und \u00dcberlegungen \nzum Kindeswohl au\u00dfer Kraft setzt. Es sind solche Regelungen, die das \nPrinzip Geld gegen N\u00e4he in Gesetzesform gie\u00dfen und endg\u00fcltig in die \nPerversion treiben. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer also tats\u00e4chlich liebevollere und respektvollere Beziehungen \nzwischen den Geschlechtern bef\u00f6rdern m\u00f6chte, hat hier gute, \nmannigfaltige und lohnende M\u00f6glichkeiten, t\u00e4tig zu werden.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/cuncti.net\/geschlechterdebatte\/481-sex-geld-und-naehe-oder-was-haben-feministinnen-eigentlich-gegen-die-prostitution\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/cuncti.net\/geschlechterdebatte\/481-sex-geld-und-naehe-oder-was-haben-feministinnen-eigentlich-gegen-die-prostitution<\/a><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <em>**************************************************************************************<\/em><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Prostitution: Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gern?<\/strong>  <\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00f6ffentlicht von Antonia Baum am 19. November 2013 in \u201eFAZ\u201c <br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kann das sein, dass alle so eine klare Meinung zum Thema \nProstitution haben? Ist es nicht eher menschenunw\u00fcrdig, an der \nSupermarktkasse f\u00fcr nichts zu arbeiten? Muss man nicht erst mal alles \n\u00e4ndern, bevor man die Prostitution abschafft? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die sogenannte Podiumsdiskussion, welche Alice Schwarzer zur \nVorstellung ihres Buches \u201eProstitution &#8211; ein deutscher Skandal\u201c in \nBerlin einberufen hatte, sie war der Bezeichnung nach wirklich ein Witz,\n ein Diktatorinnen-Witz, den man nur im Stande ist zur Auff\u00fchrung zu \nbringen, wenn man entweder verr\u00fcckt oder knallhart kamikazem\u00e4\u00dfig drauf \nist. Es ist sehr langweilig und \u00fcberhaupt nicht weiterf\u00fchrend, \u00fcber \nAlice Schwarzer zu schimpfen, und darum soll es hier auch nicht gehen, \naber die Geschichte l\u00e4sst sich ohne Alice Schwarzer nicht erz\u00e4hlen, weil\n sie es ist, die \u201edie Prostituierten\u201c (alle, unterschiedslos) retten \nwill, die f\u00fcr sie immer Opfer sind. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck auf das Podium am vergangenen Donnerstag: Da oben sitzen also \nmit Alice Schwarzer, welche, klar, die Diskussion moderiert, vier \nMenschen, die Schwarzers Meinung sind, n\u00e4mlich die Mitautorin des \nBuches, eine Sozialarbeiterin, die einen Prostituiertentreff leitet, \neine ehemalige Prostituierte und ein Kriminalhauptkommissar &#8211; allesamt \nvon Schwarzer rekrutiert, um Schwarzer ihre Meinung zu sagen, was \ngenauso voraussehbar wie unglaublich ist, weil im Publikum so viele \nMenschen sitzen, die ganz anderer Meinung sind, die aber nicht geh\u00f6rt \nwerden d\u00fcrfen, weil sich die Buchvorstellerin eben absolut sicher ist, \nwas die richtige Meinung ist. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend, \u00e4h, diskutiert wird, das hei\u00dft, w\u00e4hrend man sich auf der \nB\u00fchne gegenseitig versichert, rufen einige im Publikum dazwischen, ein \npaar Frauen versuchen, indem sie ein Banner vor sich her tragen, auf \nwelchem \u201eMein Beruf geh\u00f6rt mir\u201c geschrieben steht, auf sich aufmerksam \nzu machen, aber sie werden sofort von Ordnern abtransportiert, weil sie \nanderer Meinung sind und das Einerlei da oben nicht st\u00f6ren sollen. <br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Finden nach Zahlen <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das ist \u00fcberhaupt der zentrale Schwachsinnspunkt in der Debatte \num die Frage, ob Prostitution nun verboten geh\u00f6rt oder nicht, ob M\u00e4nner \nFrauen Sex abkaufen d\u00fcrfen (denn einzig um dieses Modell geht es \nSchwarzer) und schlie\u00dflich sehr schlicht: ob man Prostitution richtig \noder falsch findet &#8211; ja, der zentrale Schwachsinnspunkt ist, dass es um \nrichtig und falsch und um finden geht. Mehr so eine Gef\u00fchlssache also, \nverl\u00e4ssliche Zahlen gibt es kaum, weder \u00fcber die Anzahl der in \nDeutschland arbeitenden Prostituierten noch \u00fcber deren Herkunft, und \nfolglich l\u00e4sst sich auch nur schwer beantworten, wer was, warum und wie \nfreiwillig tut. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alice Schwarzer schmiss bislang mit bemerkenswerten Zahlen um sich, \nvon denen kein Mensch wei\u00df, woher sie die eigentlich hat: 90 Prozent der\n Prostituierten wollten aussteigen, wei\u00df sie, au\u00dferdem w\u00fcrden ebenfalls \n90 Prozent des deutschen \u201eFrischfleisches\u201c aus Osteuropa kommen, und \ngrunds\u00e4tzlich sei es so, dass \u201e\u00fcber 90 Prozent\u201c der Prostituierten schon\n als Kinder missbraucht worden seien. Diese extrem entschlossene \nFinderei ist also das Merkmal der Debatte, wie auch der \nAuseinandersetzung auf dem Podium, welche ja urspr\u00fcnglich von dem \nallergr\u00f6\u00dften Meinungs-Finder-Zusammenschluss angesto\u00dfen wurde, n\u00e4mlich \nmit der Unterzeichnung des \u201eEmma\u201c-Appells gegen Prostitution von \nProminenten. Schon da fragte man sich, ob man selber oder die \nUnterzeichner die Welt nicht mehr verstehen, denn woher wissen Margot \nK\u00e4\u00dfmann, Senta Berger, Maria Furtw\u00e4ngler und Frank Sch\u00e4tzing so absolut \nsicher, was richtig ist und wie die Realit\u00e4t von \u201eden Prostituierten\u201c zu\n beurteilen ist? Wie schafft man so etwas? <br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer ist eigentlich \u201ewir\u201c und \u201edie\u201c? <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn wenn man beginnt, dar\u00fcber nachzudenken, st\u00fcrzt einem doch fast \nder Kopf ein unter dem gro\u00dfen Fragegewicht: Gibt es Menschen, die \nProstitution wie einen normalen Beruf betrachten? Ja, es gibt sie. Tut \nihnen das nicht trotzdem weh, hinterl\u00e4sst das nicht Sch\u00e4den? Darf man \n\u00fcberhaupt f\u00fcr einen anderen Menschen entscheiden, dass er etwas nicht \ntun darf, weil er einen Schaden davon bekommen k\u00f6nnte? Was ist ein \nSchaden \u00fcberhaupt? Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gerne, freiwillig, \nweil sie es m\u00fcssen? Wann kann man das, was man tut, freiwillig nennen? \nGeht irgendjemand freiwillig putzen? Ist eine T\u00e4tigkeit, die man tun \nmuss, um Geld zu verdienen, immer noch freiwillig? Ist Arbeit \u00fcberhaupt \netwas Freiwilliges, und w\u00e4re es nicht viel konsequenter und hilfreicher,\n Alice Schwarzer w\u00fcrde das bedingungslose Grundeinkommen fordern? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das aber w\u00fcrde Alice Schwarzer niemals einfallen, die immer noch auf \ndem Podium sitzt und in Zusammenarbeit mit ihren G\u00e4sten \nFrontalunterricht abh\u00e4lt, ganz egal, ob an den Seiten der R\u00e4nge \nMitglieder des \u201eBerufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen\u201c\n stehen und protestieren. Sie haben den Gegen-Appell \u201ePROstitution\u201c \nformuliert und fordern die Beteiligung von \u201eSexarbeiter\/innen\u201c an \npolitischen Prozessen, die sich mit dem Thema Prostitution befassen. Sie\n wollen weder eine Ausweitung der Polizeibefugnisse noch eine \nKriminalisierung der Kunden. Sie sind f\u00fcr Aufkl\u00e4rung statt Verbot, f\u00fcr \nstaatlich gef\u00f6rderte Weiterbildungsma\u00dfnahmen und f\u00fcr einen respektvollen\n Umgang mit Prostituierten. In ihrem Faltblatt schreiben sie: \u201eAlle \nreden \u00fcber uns, aber niemand redet mit uns. (. . .) Wir sind keine \nOpfer! Wir sind Menschen, die selbstbestimmt ihren Beruf gew\u00e4hlt haben, \nwie andere das auch tun.\u201c Aber wer ist jetzt genau \u201ewir\u201c? Man wei\u00df es \nnicht. Alle Prostituierten? Alle, die sich selbstbestimmte \nSexarbeiterinnen und Sexarbeiter nennen? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Schwarzers Kategorien aber sind solche Frauen, die dort absolut \nintakt und stark stehen, nicht denkbar. Sie existieren nicht, sie machen\n sich in ihrer Vorstellung wahrscheinlich etwas vor oder sind sonst wie \ngesch\u00e4digt, was nat\u00fcrlich eine maximale Entm\u00fcndigung dieser Frauen ist, \naber solche Frauen d\u00fcrfen offenbar entm\u00fcndigt werden, solange es \nSchwarzers ideologischem Superziel dient: eine Welt, in der M\u00e4nner \nFrauen nicht f\u00fcr Sex bezahlen d\u00fcrfen, was f\u00fcr sie gleichbedeutend ist \nmit: M\u00e4nner d\u00fcrfen Frauen nicht kaufen, womit Prostitution ja sofort in \ndie N\u00e4he von Leibeigenschaft ger\u00fcckt wird. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwarzer sieht in der Prostitution eine besonders h\u00e4ssliche \nAuspr\u00e4gung des Patriarchats, und es ist nicht von der Hand zu weisen, \ndass es, wenn es um Sex und Geld geht, auch immer um Macht geht. Und es \nist ebenso falsch, diesen potentiell sch\u00e4dlichen Zusammenhang \nauszublenden, wie, einseitig auf ihm herumzuh\u00fcpfen. Dennoch mag er f\u00fcr \nmanche Prostituierte absolut stimmen. Davon erz\u00e4hlt die Sozialarbeiterin\n auf der B\u00fchne glaubhaft und im Unterschied zu Schwarzer auch \ndifferenziert: Die Frauen, mit denen sie in Stuttgart zu tun habe, seien\n arm, jung, nicht selten krank, sie spr\u00e4chen kaum Deutsch und seien \nProstituierte, weil sie es m\u00fcssten. Sie, die Sozialarbeiterin, habe \nihnen von Prostituierten berichtet, die diesen Job machten, weil sie es \nwollten, und das h\u00e4tten diese jungen Frauen einfach nicht glauben \nk\u00f6nnen. <br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Freier sind Schweine? <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hauptkommissar beschreibt seine Durchschnittsprostituierte: Sie \nsei zwischen 18 und 20 Jahren alt und komme aus Osteuropa. Dann rufen \ndie PROstitutions-Aktivistinnen wieder: So ist das nicht, die Realit\u00e4t \nist eine andere. Auch, wenn sie an diesem Abend nicht geh\u00f6rt werden, \nsagen sie, Prostitution sei weder Sklaverei (komischer Vergleich \ntats\u00e4chlich) noch Menschenhandel, geschehe sie gegen den Willen der \nFrauen, handele es sich um einen Straftatbestand. Wie soll man dar\u00fcber \nverhandeln, ohne Genaueres zu wissen? Was denken die Prostituierten, die\n abgerissen und drogenabh\u00e4ngig an der Berliner Kurf\u00fcrstenstra\u00dfe stehen \nund an diesem Abend \u00fcberhaupt nicht vertreten sind? Was w\u00fcrden die \njungen Frauen sagen, von welchen die Sozialarbeiterin berichtet hat? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier wieder: eine Gruppe, eine und nat\u00fcrlich die richtige \nMeinung. Eine junge Frau zieht, anders als die Femen, welche als \nSchwarzer-Unterst\u00fctzung im Publikum sitzen, nicht ihr T-Shirt aus, \nsondern die Hose runter und l\u00e4uft mit nacktem Po \u00fcber die B\u00fchne, was zu \nJuhu- und Buh-Rufen f\u00fchrt, und nachdem man sich dann, mit kurzen \nUnterbrechungen, lange genug einig war, werden noch ein paar \nWortmeldungen zugelassen: Ein Mann im Rollstuhl erz\u00e4hlt, dass er \nregelm\u00e4\u00dfig zu Prostituierten gehe und es schon mehrfach erlebt habe, \ndass eine Prostituierte ihn wegen seiner Behinderung abwies, worin er \neinen selbstbestimmten Akt sehe. Er k\u00f6nne das Elend, welches auf der \nB\u00fchne beschrieben wurde, nicht erkennen. Ferner sei er kein Schwein, \nferner seien nicht alle Freier Schweine. <br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Probleme hei\u00dfen: Sexismus, Rassismus, Armut <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziemlich genau das Gegenteil m\u00f6chte Schwarzer in Zukunft in den \nK\u00f6pfen dieses Landes als Meinung installieren: Freier sollen ge\u00e4chtet \nwerden. \u00c4chtung &#8211; was ist das f\u00fcr eine Hexenverbrennungsvokabel in dem \ndemokratischen Rechtsstaat, in welchem wir leben, wie Schwarzer \nunabl\u00e4ssig betont? Sie guckt auf den Mann im Rollstuhl herunter und \nerinnert ihn v\u00f6llig grotesk daran, dass er als Behinderter auch andere \nM\u00f6glichkeiten habe, um sexuell erf\u00fcllt zu leben, und au\u00dferdem w\u00e4ren \njetzt auch mal die anderen dran. Zack, N\u00e4chster. Eine Frau erz\u00e4hlt, dass\n sie schon lange als Prostituierte arbeite. Sie komme aus Bulgarien und \nhabe noch nie eine Frau getroffen, die zur Prostitution gezwungen w\u00fcrde,\n was Schwarzer \u00fcberhaupt nicht zur Kenntnis nehmen will, wie sie auch \nalle weiteren Wortmeldungen, die folgen, nicht h\u00f6rt, sondern die \nDiskussion, die zu diesem Zeitpunkt des Abends vielleicht ann\u00e4hernd eine\n genannt werden d\u00fcrfte, ganz schnell zusammenfaltet und abbricht. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter laufen etwa zwanzig Menschen, \u00fcberwiegend Frauen, auf der \nSuche nach einer Bar durch die Stra\u00dfen Sch\u00f6nebergs. Viele von ihnen \nnennen sich Sexarbeiter und sind ziemlich sauer. Eine von ihnen hei\u00dft \nPaulita Pappel und redet so schnell und klug und kraftvoll, dass man \nsich w\u00fcnscht, sie h\u00e4tte auf dem Podium gesessen und diskutiert. Sie ist \ndie Frau, welche vorhin ihren Po gezeigt hat. Ihre Mutter ist eine \nAlice-Schwarzer-Feministin, Paulita kommt aus Spanien und ist 25 Jahre \nalt. Gerade beendet sie ihr literaturwissenschaftliches Studium. \u201eAls \nich 17 Jahre alt war, habe ich auch so gedacht! Ich war gegen \nProstitution. Jetzt verdiene ich mein Geld als Prostituierte und spiele \nin Pornos mit. Ich arbeite vier Tage und kann davon drei Monate leben. \nDas ist doch super! Ich musste vorhin auf die B\u00fchne gehen und meinen Po \nzeigen, weil die Diskussion so dumm und einseitig ist. Prostitution ist \nnicht das Problem. Das Problem ist Sexismus, Rassismus und Armut! \nDar\u00fcber muss man reden!\u201c <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere junge Frau, von der man denkt, dass sie bestimmt \nR\u00e4ucherst\u00e4bchen und indische Figuren zu Hause stehen hat, erz\u00e4hlt: \u201eIch \nmassiere lieber einem Mann mit Hingabe den Schwanz, als an der Kasse zu \nsitzen.\u201c An der Kasse sitzen, putzen, Leuten irgendwelchen Mist \nandrehen, bei Douglas oder so, auf stupideste Weise dieses \nmenschenfeindliche kapitalistische Drecksrad am Laufen halten &#8211; ist das \nnicht auch total sch\u00e4dlich f\u00fcr den Kopf? Macht das irgendwer echt \nfreiwillig? Und ist das nicht eine absolut zul\u00e4ssige Frage, wenn man \nZwangsprostitution, Menschenhandel und Prostitution trennt? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Sexualtherapeut, der auch irgendetwas mit sexuellen Massagen \narbeitet, berichtet in der Kneipe von seinen vielen total netten, aber \nkaputten Erfolgsklienten mit Karriere. Er w\u00fcrde denen auch manchmal \nraten, in den Puff zu gehen. Immer funktionieren, dauernd Sex \u00fcberall, \nden man zu Hause meistens nicht bekomme, das frustriere ungeheuer. \nUnsere Gesellschaft sei wie ein Dampfkochtopf und die Sexarbeiterinnen \ndas Ventil. Vielleicht, nein sicher, m\u00fcsste Alice Schwarzer, wenn sie \nnicht Alice Schwarzer w\u00e4re, die Abschaffung dieser Gesellschaft fordern.\n <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann\n gibt es zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder M\u00e4nner geraten grunds\u00e4tzlich nicht\n in existenzielle Zwangslagen, das ist so eigentlich unglaublich, oder \nFrauen l\u00f6sen ihre Zwangslagen anders als M\u00e4nner. L\u00f6sen Frauen das \nanders, dann gibt es wieder zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder kommen dann \nM\u00e4nner in genauso verwerfliche Situationen wie Frauen, die sich aus \ndiesem Zwang heraus prostituieren. Warum gibt es dann keine \u00f6ffentliche \nDiskussion \u00fcber die verwerflichen Situationen der M\u00e4nner ? Oder M\u00e4nner \nakzeptieren diese Situationen oder l\u00f6sen sie auf moralisch einwandfreie \nWeise.<br><br>Das interessante daran ist, dass jede m\u00f6gliche gerade \nbeschriebene Situation viele betroffene Frauen im Endeffekt eine \nemanzipierte L\u00f6sung solcher Zwangslagen nicht hinkriegen. Das w\u00fcrde \nwenig f\u00fcr die Emanzipation der Frauen selbst sprechen. Damit sprechen \ndie lieben Feministinnen Frauen in Notlagen eine vern\u00fcnftige L\u00f6sung \nihrer Probleme ab. Kann es nicht vielleicht doch sein, dass dies f\u00fcr \neine nicht unbedeutende Anzahl Frauen in Zwangslagen eine sehr einfache \nL\u00f6sung ihrer Probleme darstellt und damit durchaus gewollt ist, weil \nalle anderen L\u00f6sungen nicht so einfach sind ? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle:<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/prostitution-tun-sexarbeiterinnen-ihre-arbeit-gern-12667719.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/prostitution-tun-sexarbeiterinnen-ihre-arbeit-gern-12667719.html<\/a><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <em>**************************************************************************************<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <strong>\u00dcber Sex gegen Bezahlung<\/strong> <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00f6ffentlicht von Harald Martenstein am 28. November 2013 in \u201eDie Zeit\u201c<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich\n m\u00f6chte beschreiben, wie ich mir zu einer umstrittenen politischen \nFrage, in der ich anfangs unsicher war, eine Meinung gebildet habe. Es \nhandelt sich um das Verbot der Prostitution. Alice Schwarzer und andere \nfordern seit Wochen, dass es verboten werden soll, dass Menschen f\u00fcr Sex\n Geld bezahlen. Da habe ich mir \u00fcberlegt, aus welchen Gr\u00fcnden Menschen \n\u00fcberhaupt miteinander Sex haben oder miteinander schlafen oder wie immer\n man es nennen will. Warum tun Menschen das? Sind es, von der \nProstitution abgesehen, immer \u00fcber jeden moralischen Zweifel erhabene \nGr\u00fcnde? Und, falls nicht: Was davon soll erlaubt bleiben, und was soll \nverboten werden?<br><br>Menschen haben Sex, weil sie eine Beziehung oder\n eine Ehe f\u00fchren und sich sowohl k\u00f6rperlich als auch charakterlich \nanziehend finden. Menschen haben Sex, weil sie seit Jahren daran gew\u00f6hnt\n sind, obwohl die Anziehung zwischen ihnen stark nachgelassen hat. \nMenschen haben Sex, weil sie die andere Person k\u00f6rperlich anziehend \nfinden, an eine weiter gehende Beziehung denken sie dabei nicht. \nMenschen haben Sex, weil sie unter Alkohol oder Drogen stehen und ihr \nUrteilsverm\u00f6gen reduziert ist. Menschen haben Sex, weil sie sich davon \nberufliche Vorteile versprechen, etwa mit Vorgesetzten. Menschen haben \nSex, weil die andere Person reich ist und ihnen ein luxuri\u00f6ses Leben \nverspricht. Menschen haben Sex, weil die andere Person ber\u00fchmt oder \nm\u00e4chtig ist. Menschen haben Sex, weil sie in diesem Moment gerade Lust \ndarauf haben. Menschen haben Sex aus Angst, alleine zu sein, um sich an \nihrem Partner f\u00fcr dessen Seitensprung zu r\u00e4chen, um etwas f\u00fcr ihr Image \nzu tun, aus Mitleid, aus Dankbarkeit, aus einer Laune heraus, die ihnen \nam n\u00e4chsten Tag r\u00e4tselhaft vorkommt, weil sie nach Abwechslung suchen, \naus Neugier, aus Langeweile, weil ihnen jemand Geld daf\u00fcr gibt, weil sie\n Geld daf\u00fcr bezahlen, weil sie verliebt sind oder weil sie sich durch \nSchmeicheleien haben \u00fcberreden lassen.<br><br>Das alles gibt es \nzweifellos, und noch etwa tausend andere Gr\u00fcnde, sowohl bei M\u00e4nnern als \nauch bei Frauen. Manche Gr\u00fcnde finde ich gut, andere nicht. Aber bei dem\n Gedanken, dass der Staat dar\u00fcber entscheiden soll, aus welchen Motiven \nheraus Sex, und zwar freiwilliger zwischen Erwachsenen, erlaubt sein \nsoll und aus welchen nicht, wird mir schwindelig.<br><br>Dann habe ich \n\u00fcber Berufe nachgedacht. Alice Schwarzer sagt, Sex sei ein dem\u00fctigender \nBeruf. Es gibt Leute, die alten Menschen Windeln wechseln und deren \nGenitalien waschen, andere sind Proktologen und stochern im Anus herum, \nwieder andere k\u00fcmmern sich um Leichen oder massieren Fremden die F\u00fc\u00dfe. \nDas ist alles notwendig, aber sehr intim, nicht jeder will das machen. \nDie Entscheidung, ob man eine T\u00e4tigkeit dem\u00fctigend oder zu eklig findet,\n muss man den Leuten wohl selbst \u00fcberlassen. Und Sex, ganz allgemein, \nfinde ich sowieso nicht schmutzig oder eklig. Ohne Sex w\u00fcrde es mich \ndoch \u00fcberhaupt nicht geben, von Alice Schwarzer ganz zu schweigen. Ich \nglaube \u00fcbrigens, ich w\u00e4re, wenn ich mich entscheiden m\u00fcsste, viel lieber\n Prostituierter als Leichenw\u00e4scher oder Proktologe.<br><br>Wenn ich aber\n allein w\u00e4re und niemanden finden w\u00fcrde, der es mit mir tun m\u00f6chte, \nvielleicht, weil ich zu h\u00e4sslich bin, ganz \u00fcbel rieche oder eine \nKrankheit habe, dann w\u00fcrde ich vermutlich auch Geld daf\u00fcr bezahlen. Ich \nglaube, die Sehnsucht nach Sexualit\u00e4t ist kein krimineller Wunsch, \nsowohl bei M\u00e4nnern als auch bei Frauen. Jetzt, Frau Schwarzer, d\u00fcrfen \nSie mich verhaften.  <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2013\/49\/harald-martenstein-prostitution\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/2013\/49\/harald-martenstein-prostitution<\/a><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>**************************************************************************************<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles Alice oder was? <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ver\u00f6ffentlicht am 06. Dezember 2013 von Antje Sievers in \u201eDie Welt\u201c  <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2006 wurden in <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/deutschland-reisen\/\">Deutschland<\/a>\n 40.000 zugereiste Prostituierte erwartet. Wer damals schon wusste, dass\n es sich nur um 40.000 Zwangsprostituierte handeln konnte, war Alice \nSchwarzer. Sie hat seither dazugelernt. Heute wei\u00df sie es besser: nicht \nalle, nur 95 Prozent der Prostituierten t\u00e4ten ihren Job ungern, \nverk\u00fcndete sie j\u00fcngst. Denen (und den restlichen f\u00fcnf Prozent gleich \nmit) soll ihr ungeliebtes Geschick zuk\u00fcnftig erspart bleiben. Die \nneueste Kampagne von Alice Schwarzer zielt auf die Abschaffung des \n\u00e4ltesten Gewerbes der Welt. Woher die &#8222;Ikone der Frauenbewegung&#8220; ihre \nZahlen hat? Das bleibt das Geheimnis schwarzerscher Wahrheitsfindung und\n ist im Grunde auch gleichg\u00fcltig. Denn es geht ihr nicht um den \nwiderw\u00e4rtigen Menschenhandel, in dem es eindeutig Opfer gibt, die \nbesch\u00fctzt, und T\u00e4ter, die bestraft werden m\u00fcssen. Es geht ihr ums \nsorgsam gepflegte Weltbild, wonach M\u00e4nner Schweine und Frauen Opfer \nsind.  <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dagegen gibt es nun einen Aufschrei besonderer Art: die im \nBerufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen organisierten \nFrauen protestieren gegen ihre Vereinnahmung durch die Berufsfeministin \nSchwarzer. Sie halten deren Kampagne f\u00fcr einen Akt der Bevormundung. \n&#8222;Man kann Menschen nicht gegen ihren Willen helfen&#8220;, sagt \nVerbandssprecherin Undine de Rivi\u00e8re. Denn die Professionellen sehen \nsich nicht als Opfer. M\u00e4nner, die sexuelle Dienstleistungen bezahlen \n(m\u00fcssen), \u00fcben im Regelfall keine Macht aus. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es mag sein, dass manche von ihnen Schweine sind \u2013 \narme Schweine, etwa wie jene Kunden, &#8222;die einmal zahlen, zehn Mal wollen\n und dann zwei Mal k\u00f6nnen&#8220; (de Rivi\u00e9re \u00fcber Flatrate-Freier). Aber eine \nfreie Vereinbarung zweier Erwachsener \u00fcber eine Dienstleistung ist keine\n Unterdr\u00fcckung der Frau \u2013 es sei denn, man vertritt die Auffassung, \nFrauen seien mit ihrem K\u00f6rper und ihrem Sex identisch. In \npaternalistischen Kulturen wird das so gesehen, weshalb man Frauen in \nden Ganzk\u00f6rperschleier zwingt. Manch einer scheint das auch hierzulande \nf\u00fcr eine gute Idee zu halten. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neue Kampagne ist, was Schwarzers Kampagnen \nimmer waren: Selbstinszenierung. Dass sie eine Ikone der Frauenbewegung \nsei, beruht auf einem Missverst\u00e4ndnis. Eigentlich ist sie der beste \nFreund der M\u00e4nner. Denen hat das Weltbild der Oberfeministin zun\u00e4chst \neinen unsch\u00e4tzbaren Dienst getan: Sie d\u00fcrfen Frauen als arme Hascherl \nbetrachten, als Opfer, die best\u00e4ndig gef\u00f6rdert und besch\u00fctzt werden \nm\u00fcssen. Die \u00fcberwiegend rein symbolischen Akte der Wiedergutmachung sind\n ein kleiner Preis f\u00fcr den ge\u00fcbten Frauenfreund, und das gendergerechte \nParlieren tut nur einer winzigen Minderheit weh, die unter der \nSprachverhunzung im \u00f6ffentlichen Raum leidet. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Frauenbild ist kein Platz f\u00fcr \nKonkurrentinnen, die zu respektieren sind. Oder f\u00fcr Gegnerinnen, die man\n f\u00fcrchten sollte. Denn f\u00fcrchterlich kann frau sein, wenn sie sich den \nOpferbonus zunutze macht und den Spie\u00df umdreht. Wer einen Mann des \nSexismus oder der Vergewaltigung beschuldigt, ist mittlerweile in einer \nunschlagbaren Machtposition: So kann man Existenzen ruinieren. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwarzers Feminismus, demzufolge alle M\u00e4nner \npotenzielle Vergewaltiger sind, ist m\u00e4nnerverachtend, gewiss. Aber sie \nhat, wie ihre Biografin Bascha Mika sagt, &#8222;vor allem ein Problem auf der\n Welt: Frauen. In nahezu allen Konflikten und Kr\u00e4chen, die sie \nausgefochten hat, standen Frauen auf der Gegenseite. Mit M\u00e4nnern hat sie\n sich kaum je pers\u00f6nlich angelegt.&#8220; <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat. Mit Frauen, die ihr die Gefolgschaft \nverweigern, geht sie gnadenlos ins Gericht. Das sind \n&#8222;Wellness-Feministinnen&#8220;, die sich nur &#8222;f\u00fcr Karriere und M\u00e4nner&#8220; \ninteressierten. Andere wiederum sind, wenn sie ihr kritisch kommen, \nErf\u00fcllungsgehilfinnen, die &#8222;den Jungs nach dem Maul reden&#8220; und ihre \neigene &#8222;Vernuttung&#8220; betreiben. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Frauen sich gegen solcherlei Anma\u00dfungen der \nselbst ernannten &#8222;Ikone&#8220; selten wehren, liegt nicht nur an mangelndem \nMut, sondern auch an fehlendem Masochismus: Schwarzers Gegenangriffe \npflegen stets sexistisch zu sein und immer unter die G\u00fcrtellinie zu \nzielen. Wer ihr widerspricht, behauptet sie, handelt denunziatorisch und\n ist eine von M\u00e4nnern bestellte und bezahlte Agentin des B\u00f6sen. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass auch Alice Schwarzer von M\u00e4nnern bezahlt wird, \nist hingegen kein Problem, steht sie doch so zweifelsfrei f\u00fcrs Gute. \nIhre komfortable Existenz im K\u00f6lner Bayenturm, wo sie \u00fcber die Linie der\n &#8222;Emma&#8220; und \u00fcber ein &#8222;Frauenarchiv&#8220; wacht, das j\u00e4hrlich weniger als 300 \nBesucher anzieht, verdankt sie M\u00e4nnern, darunter dem M\u00e4zen Jan-Philipp \nReemtsma, der sie mit Millionenbetr\u00e4gen f\u00f6rderte. Auch so einer, der die\n Frauenbewegung mit Alice Schwarzer verwechselt hat. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst eine Frau, Ministerpr\u00e4sidentin Hannelore Kraft, hatte den Mut, den Landeszuschuss f\u00fcr ein Privatprojekt von recht geringem \u00f6ffentlichen Interesse radikal zu k\u00fcrzen. Dass ausgerechnet  Kristina Schr\u00f6der, die Familienministerin, dann mit Bundesgeldern aushalf, ist ein Sonderfall von weiblichem Masochismus. Schr\u00f6der wurde von Alice Schwarzer einst in einem offenen Brief als &#8222;hoffnungslose(r)  Fall. Schlicht ungeeignet&#8220; attackiert. Sie eigne sich h\u00f6chstens als  &#8222;Pressesprecherin der neuen, alten, so medienwirksam agierenden,  rechtskonservativen M\u00e4nnerb\u00fcnde und ihrer Sympathisanten&#8220;. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch ausgerechnet die haben l\u00e4ngst ihren Frieden mit Alice Schwarzer gemacht. Eine Krawallschachtel, die ihre Geschlechtsgenossinnen klein h\u00e4lt, ist entschieden einfacher zu  handhaben als erwachsene Frauen, die keine Opfer sein wollen. Und das  beantwortet schon die Frage, warum Alice Schwarzer &#8222;gr\u00f6\u00dfer (ist) als der Feminismus in Deutschland&#8220;. Dies \u00fcberaus zweischneidige Kompliment von <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/themen\/harald-schmidt\/\">Harald Schmidt<\/a> sagt vor allem eins: dass es der &#8222;Ikone des Feminismus&#8220; gelungen ist, die Frauenbewegung klein zu halten. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ausgerechnet die &#8222;Dienstleisterinnen&#8220; des  horizontalen Gewerbes den Opferbonus ablehnen, der ihnen angeboten wird, ist wahre Gr\u00f6\u00dfe. Andere f\u00fchlen sich schon bei t\u00e4ppischen M\u00e4nnerspr\u00fcchen als Opfer von Sexismus. Was lernen wir daraus? In Deutschland ist Feminismus zu einer weiblichen Problemzone geworden, die mit  symbolischen Sprechakten glatt geb\u00fcgelt werden soll. Mit der Wirklichkeit hat das alles nichts zu tun. H\u00f6chstens mit Alice Schwarzer.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/debatte\/article122616641\/Alles-Alice-oder-was.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/debatte\/article122616641\/Alles-Alice-oder-was.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Zeit und Mu\u00dfe zum Lesen hat, dem seien die folgenden Texte von A. Schwarzer und Gegenstimmen empfohlen. Leicht modifiziert \u00fcbernommen von freierverkehr: Diese Seite widmet sich der Frage, ob man Prostitution zum Zwecke der erforderlichen geistigen und k\u00f6rperlichen Hygiene einer Gesellschaft und insbesondere zum Schutz der Frauen vor Ausbeutung<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1482"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1482\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1483,"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1482\/revisions\/1483"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/freieroffensive.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}