Die Facebook-Aktion: „Ich bin kein Freier, weil…“ präsentierte eine Reihe von Kurzinterviews mit Männern, die erklären, warum sie keine Freier sind. Der letzte Video-Clip ist vom Dezember 2019, seither kommen keine neuen Clips mehr dazu. Man kann aus den Erklärungen der Männer viel lernen. Wir haben wir uns die Mühe gemacht, einige davon zu beantworten.
Erklärung:
Unsere Antwort:
Jakob aus Stuttgart: „ich bin kein Freier, weil es mit meinem Stolz nicht vereinbar ist“
Jakob, was hat Sex mit Stolz zu tun? Nur für einen Macho hat Sex was mit Stolz zu tun.
Rainer: „Ich bin kein Freier, weil ich wahre Liebe nicht kaufen kann, und ich Ausbeutung nicht leiden kann“
Stimmt, wahre Liebe kann man nicht kaufen. Hat auch keiner behauptet. (Ausbeutung kannst du nicht leiden? Wir auch nicht.)
Jan: „Ich bin kein Freier, weil bezahlter Sex mir nichts gibt“.
Jan, schade, da hast du was verpasst. Paul McCarthney sagte kürzlich: „There was one time, when we were in Vegas, where the tour guy said, “You’re going to Vegas, guys – you want a hooker?” We were all, “Yeah!” And I requested two. And I had them, and it was a wonderful experience.“
Tom: „Ich bin kein Freier, weil ich Sex nicht kaufen will. Wenn ich jemand bezahlen muss, dann hab ich keinen Spaß dabei, glaub ich.“
Tom, nach deinem Outfit zu urteilen, bist du Motorradfahrer. Probiers mal. Wenn du mit einer Profi-Dame keinen Spaß haben kannst, na gut, dann fahr weiter Motorrad. Ist auch nicht schlecht.
Christoph: „Ich bin kein Freier, weil ich keinen Grund finde, Sex zu kaufen“.
Hallo Christoph, das ist ein Argument, das wir zählen lassen müssen. Genauso, wie du sicher akzeptierst, dass wir viele Gründe finden, Sex zu kaufen (einer davon: es macht irre Spaß).
Thomas: „Ich bin kein Freier, weil 80 Prozent der Prostitution Zwangsprostitution ist“.
So, so, der Thomas, der wirft da mit Zahlen um sich, von denen er garnicht weißt, wie sie zustandekommen und wo sie herkommen. Kannst du eine valide Referenz für diese Zahl nennen? Nein, kannst du nicht. Es ist nämlich falsch.
Eduardo: „… because it is not fair for women“.
Eduardo, if you pay a fair prize, it is fair for women. Just ask them.
Tim: „Ich bin kein Freier, weil das einfach keine Dienstleistung ist, wo man in den Laden gehen kann und sich das kaufen kann“.
Doch, Tim, das ist eine Dienstleistung, die man sich in bestimmten Läden kaufen kann. Wie ein kaltes Bier. Das Schöne am Sex ist ja, dass man den Partner nicht mögen muss. Ein bißchen Sympathie reicht.
Moritz: „Ich bin kein Freier, weil Frauen genauso viel wert sein müssen wie Männer“.
Moritz, wie kommst du darauf, dass Frauen weniger wert sind, wenn sie sich für Sex bezahlen lassen? Das klingt nach einem echten Chauvi.
Bernd: „Ich bin kein Freier, weil ich nicht glaube, dass es würdevoll für die Frauen ist.“
Bernd, noch ein Chauvi, der glaubt, dass Frauen, die sich für Sex bezahlen lassen, ihre Würde verlieren.
Verliebter: „Ich bin kein Freier, weil ich verliebt bin, und Liebe wichtiger ist“
Dieses Argument lassen wir zählen. Und Glückwunsch.
Bartträger: „Ich bin kein Freier, weil … Sexkauf ist bezahlte Vergewaltigung“
Junge, Junge, du hast zwar einen Bart, aber mit der Logik hast du es nicht. Entweder bezahlt oder Vergewaltigung, beides zusammen geht nicht.
Julian:“Ich bin kein Freier, weil „never for money, always for love“ (Talking Heads)…“
Hallo Julian, ein sehr schöner Song, in der Tat. Doch Thema verfehlt, es geht beim Bezahlsex nicht um Liebe, sondern um, wie der Name schon sagt: Sex.
Andreas Vogel: „Ich bin kein Freier, weil… Freier Frauen hassen…“
Lieber Andreas Vogel, wir (von der Freieroffensive) hassen Frauen nicht, im Gegenteil, wir bewundern und verehren die Profidamen (vor allem die guten) für das, was sie können. Insgesamt geht man davon aus, dass Freier ein repräsentativer Querschnitt der Männerwelt sind. Sicherlich sind auch Frauenhasser dabei. In einem Bordell haben Frauenhasser keine Chance. Die fliegen hochkant raus.
Vito: „Ich bin kein Freier, weil ich es armselig finde“
Vito lächelt überlegen in die Kamera. Er kriegt jede, auch ohne Geld, will er sagen. Das kann sein (oder auch nicht). Es drängt sich ein Verdacht auf: Vito hat Stroh im Kopf! Aber Spass beiseite! Vito, du sagst, dass die Seele der Freier arm ist? Lass mal unsere Seele aus dem Spiel, es geht beim Bezahlsex nicht um die Seele, sondern um den Schwanz. Gerade du musst das doch verstehen.
Svante from Sweden: „I don’t buy sex because I want to be able to look women in the eye… and to look myself in the mirror… „
Svante aus Schweden, du bezahlst nicht für Sex, weil das in Schweden verboten ist. Das ist der harte Grund, und den redest du dir schön. Da du aus Schweden bist, wo man schon in der Schule lernt, dass Freier böse sind, sehen wir es dir nach, dass du nicht weißt, wie es zwischen Freiern und Huren zugeht. Du wirst es nicht glauben: wir schauen uns in die Augen und zwar auf Augenhöhe, und danach schauen wir Freier glücklich in den Spiegel und freuen uns, dass wir eine klasse Frau getroffen haben, und die Frauen schauen in den Spiegel und freuen sich, dass sie mit Ficken gut Geld verdient haben. Anscheinend hast nur ganz allein du ein Problem mit dem Spiegel !
Die Facebook-aktion „ich bin kein Freier, weil…“ ist laut eigener Definition „eine Initiative für gerechte Sexualitäten auf Augenhöhe! Sie soll Männer dazu ermuntern, sich von sexistischen Verhaltensmustern zu emanzipieren, denn die veralteten patriarchalen Machtstrukturen in der Sexualität sind nirgends so gut erhalten, wie in der Prostitution… „
Denkfehler: Wenn ein Mann einer Frau Geld gibt, und im Gegenzug dafür Sex erhält, ist das gerade nicht die veraltete patriarchale Machtstruktur in der Sexualität, denn: Ein Patriarch darf SEINE Frau ficken, wann ER will und OHNE dafür zu bezahlen. Die „Hure“ ist eine Aufhebung/Bedrohung der „veralteten patriarchalen Machtstrukturen in der Sexualität“. Über das Patriarchat haben auch Hedwig Dohm und Charles Bukowski räsoniert.
Sonnenbrille: „Ich bin kein Freier, weil ich finde, dass Liebe wichtiger ist“.
Der Meinung sind wir auch. Nach einer guten Nummer hüpft uns das Herz und es stellt sich dieses erhebende Versöhnungsgefühl von „Wow-können-die-Frauen-und-die-Welt-toll-sein“ ein.
Anthony: „Ich bin kein Freier, weil das unsportlich ist.“
Der dicke Anthony, ganz der Sportler. Also Sex ist Sport? Pass auf, dass dich die Abolitionisten (Paysexhasser) nicht gleich mit verbieten. Nein, ist klar, so hast du es nicht gemeint. Du meintest, die Frau muss erst mal erobert werden, wie ein Ritter eine Burg bezwingt. Sportlich, sportlich! Aber wenn das nicht eine geradezu archaische Macho-Phantasie ist, dann schneiden wir uns doch glatt die Schwänze ab.
Chris, der Wirre: „Ich bin kein Freier, weil Verführung läuft anders ! „
Auch Chris hat nicht kapiert, dass bezahlter Sex sich gerade dadurch definiert, dass keine Verführung stattfindet (außer der Übergabe des „Liebeslohnes“). Nach dieser Bemerkung schwafelt er von „Negern“ (sic), „Zigeunern und Juden“, die man auch nicht in Häuser sperren könnte, um unwürdige Dinge mit ihnen zu treiben… spätestens hier merkt der aufmerksame Zuhörer, dass Chris sich SEIN Bild von der Welt macht, das er sich um keinen Preis nehmen lässt. Lohnt sich auch nicht. Also lassen wir Chris in seiner wirren Welt.
Lukas: „Ich bin kein Freier, weil ich nicht bezahle, um Liebe zu bekommen. Freier kaufen nicht nur Sex, sie verkaufen ihre Seele“
Wir auch nicht, Lukas, Ehrenwort, wir bezahlen auch kein Geld, um Liebe zu bekommen. Oben wurde schon öfter darauf hingewiesen, dass ihr Vollpfosten was verwechselt: es geht um Sex, nicht um Liebe. Selbst die Moderatoren der facebook-Seite wissen das: „Die wenigsten Freier suchen nach Liebe…“
(Und der Verkauf der Seele bringt nichts ein)
Marco: „Ich bin kein Freier, weil ich nen Mann zu Hause hab…“
🙂 das ist ok, das lassen wir gelten
Oli: „Ich bin kein Freier, weil die Würde der Frau definitiv ganz oben steht. Das sollte niemand machen…“
Oweh, der Oli, hat wieder ne ganz altmodische Vorstellung von der Würde der Frau… und beleidigt dazu noch alle Sexdienstleisterinnen, speziell die aus den armen Ländern, Oli Oli, die würden dir ne schallende Ohrfeige verpassen, wenn du ihnen die Würde absprichst, nur weil sie ihr Geld mit Sex verdienen…
Jannik: „…wenn ich nicht weiß, warum die Person das macht, bin ich sehr zwiegespalten…“
Wir helfen dir aus der zwiegespaltenen Not: Jannik, die Frauen machen das, um Geld zu verdienen !
