Die Berichte haben mich neugierig gemacht, mir das mal anzusehen, wie denn das so aussieht in den Berliner Sexkinos. Immerhin handelt es sich bei diesen Kinos um eine Gattung, die es wohl nur in Berlin gibt, wenn ich das richtig lese. Schon mal speziell mit dem Klingeln an der Tür, dem Vorraum mit der sympathischen Unordnung, der Führung durch die kleine Wohnung, deren zwei dunkle, kleine Wohnzimmer Kinos genannt werden mit ihren mittleren Leinwänden – und den Pornos darauf, die einer Zeit entstammen, dass man sich gleich in seine frühe Jugend und erste heimliche Pornoerfahrungen zurückerinnert glaubt. Was mit an diesem Sonntag sonst noch so auffällt: Wenig. Ich bin da fast allein. Immerhin gibt es zwei freundliche Damen, die mir mal so ganz grundsätzlich erklären, was es hier so zu tun gäbe. Im Nichtraucherzimmer sitzen dann noch zwei ältere Herren, die der Handlung auf der Leinwand konzentriert zuschauen, als handele es sich um einen Dokumentarfilm, im Raucherzimmer sitzt eine der Damen, mit der dann schnell ein Gespräch zustande kommt, das zunächst um die Dramaturgie in Pornofilmen im allgemeinen, Schmuckgestaltung und Piercing der Darstellerinnen geht, dann sogar noch über (gelobte) Arbeitsbedingungen hier in der Sprengelstraße. Wirklich nett und freundlich. Da fühlt man sich wohl. Wirklich. Wie dazugehörig. Die Besucher, die gelegentlich hereinsehen, finden die Atmosphäre vielleicht zu entspannt und verschwinden gleich wieder, mir gefällt’s. Es hat schon etwas Verruchtes, sich mit einer Schönen vor einer Pornofilmleinwand über die Sozialstruktur im Wedding zu unterhalten. Und von ihrer Kollegin gibt es gelegentlich Kurzbesuche, um mal zu testen, ob ich auch sonst noch zu etwas anderes in der Lage wäre: Und irgendwie liegt dann doch die Idee nahe, das mal zu dritt miteinander zu versuchen. Gleich hier. Im Kino. Auf der Bühne. Ist ja sowieso niemand anders da. Sagenhaft schnell sind die beiden Damen fast nackt, ich bin etwas langsamer im Entkleiden, und dann gibts auf der einen Seite einen gummierten BJ, auf der anderen darf ich lecken, schauen, genießen. Schliesslich wird aufgesattelt und es gibt dann ein flotte Runde. Ziemlich gut, irgendwie eher schräg und eher pornomässig als entspannt… Doch, das ist hier speziell hier – und sowas gibt’s denn wirklich nur in Berlin.
Berliner Freier 2:
Ich freue mich, dass die Bumserei auf der Bühne im Raucherkino
noch nicht ganz ausgestorben zu sein scheint. Das gefiel mir früher
am besten dort und ich habe es regelmäßig praktiziert auch zahlreiche
andere Stammgäste. Man hatte immer ausreichend Zuschauer, mit
anfeuernden Zurufen, war geil. Jedenfalls allemal unterhaltsamer,
lustiger als das einsame F… auf den Zimmern.
Damals haben einige Mädels, meist so 3, um die Mittagszeit auch ein
eigenes Bühnenprogramm gehabt (Strip, Dancing, quasi-Lesbo), zu dem
sie dann immer 1 Zuschauer einluden (kostenlos). Das war der Clou,
das war echt geil.
Und für die Mädels verkaufsfördernd, weil das die Zuschauer aufgeilte,
die dann selbst zur Tat schreiten wollten. Die Mädels-Show wurde dann
eingestellt; ich nehme an wegen der immer geringer werdenden
Besucherzahl; der Aufwand lohnte sich einfach nicht mehr.
Aber das ist nun schon viele Jahre her. Die gute alte Zeit eben…,
als sich in der Sprengel so einiges abspielte und der Laden gut besucht
war. Aber da gab es auch noch eine Reihe aktiver Stammgäste.
Ein Highlight aus der damaligen Zeit ist geblieben: Gina, früher genannt
Jenny II – Jenny I ist die blonde Deutsche, die schon viele Jahre zum
Inventar gehört – Gina also, aus der DomRep, aber inzwischen deutsche
Staatsangehörige die immer einen gleichbleibend astreinen Job macht,
immer freundlich, immer auf den Gast sich einstellend, perfekt,
nett und kommunikativ obendrein, empfehlenswert. Foto von ihr auf
der HP (s.o.)
